Letztes Update am Do, 18.07.2019 14:06

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Afrika-Cup-Finale im Zeichen von Mane versus Mahrez



Der Afrika-Cup 2019 in Ägypten schien wie die perfekte Bühne für Mohamed Salah, der seine internationale Karriere auf heimischen Boden so gerne krönen wollte. Ins Rampenlicht rückten aber mit dem Senegalesen Sadio Mane und dem Algerier Riyad Mahrez andere Premier-League-Stars und stahlen ihm die Show. Am Freitag (21.00 Uhr) stehen sich die zwei mit ihren Teams im Finale in Kairo gegenüber.

Mane, Clubkollege von Salah bei Champions-League-Sieger Liverpool, soll beim ersten Afrika-Cup-Triumph des Senegal überhaupt Regie führen. Die „Löwen von Teranga“, im FIFA-Ranking auf Position 22 nominell die derzeit Besten aus Afrika, wollen damit ihr Image als ewige Loser beim afrikanischen Kontinentalturnier ablegen.

Die Hoffnungen Algeriens ruhen dagegen auf Mahrez vom englischen Meister Manchester City. Die beiden Teams spielen am Sonntag schon das zweite Mal im Turnierverlauf gegeneinander. In der Gruppenphase setzte sich Algerien, der Afrika-Cup-Sieger 1990, knapp 1:0 durch und behauptete sich an der Spitze des Pool B.

Mane ist wie Mahrez Flügelstürmer, beide sind wendig, schuss- und dribbelstark. Und beide geben trotz der jüngsten Erfolge im Clubfußball offen zu, dass der Gewinn des „Coupe d‘Afrique des Nations“, wie es offiziell auf Französisch heißt, etwas ganz Spezielles wäre.

„Für mein Land zu gewinnen, das den Afrika-Cup noch nie gewonnen hat, wäre wunderbar. Ich bin sogar bereit, den Champions-League-Sieg gegen den Afrika-Cup einzutauschen“, schwärmte der 27-jährige Mane. „Die Rückkehr nach Dakar wäre dann unvorstellbar. Das wäre mein verrücktester Traum.“

Der ein Jahr ältere Mahrez, der in einem Vorort von Paris geboren wurde, meinte: „Im Finale des Afrika-Cup zu stehen, ist unglaublich. Ich denke, wir waren bisher sehr gut in dem Turnier. Wir haben zwölf Tore geschossen und nur zwei bekommen, das gibt uns Selbstvertrauen.“

Algeriens Coach Djamel Belmadi hatte sich vor Turnierstart noch etwas skeptisch bezüglich der Führungsrolle von Mahrez gezeigt. „Ich mag es nicht, Spieler hervorzuheben. Wir müssen etwas weniger Fokus auf Mahrez richten“, verlautete er. Der Spieler antwortete mit drei Toren, zwei davon verdienten sich das Prädikat sehenswert. Das Halbfinale entschied Mahrez mit einem Freistoß in der 95. Minute. Auch Mane traf bereits dreimal, wenngleich der Ex-Salzburg-Profi (2012-2014) auch schon zwei Elfmeter vergab.

Keiner der beiden Offensivkünstler hatte vor der diesjährigen Ausgabe eine besonders glückliche Beziehung zum Afrika-Cup gehabt. 2015 erreichte Mahrez mit Algerien immerhin das Viertelfinale, scheiterte dort am späteren Champion Elfenbeinküste. 2017 kam schon in der Gruppenphase das Aus. Mane kam mit dem Senegal 2015 nicht über die Gruppe hinaus, zwei Jahre später war im Viertelfinale Endstation. Beide haben also eine offene Rechnung zu begleichen.




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