Letztes Update am Fr, 19.07.2019 11:34

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Deutsch-Libanese unter Terrorverdacht mit Wien-Kontakt



Ein unter Terrorverdacht stehender Deutsch-Libanese aus Berlin ist nach Angaben deutscher Behörden auch mit dem mutmaßlich getöteten Wiener Jihadisten Mohamed M. in Kontakt gestanden. Die Kölner Polizei hatte C., wie ihn die Ermittler nennen, im Zuge einer Anti-Terror-Razzia in Köln und Düren am Donnerstag festgenommen. Der 30-Jährige hätte deutlich gemacht, dass er zu einem Anschlag bereit sei.

C. war nach Angaben des Kölner Kripochefs Klaus-Stephan Becker seit vielen Jahren als Gefährder eingestuft und unternahm mehrere misslungene Versuche, in das Gebiet der Jihadistenmiliz „Islamischer Staat“ (IS) auszureisen. Demnach lebte der Mann vorwiegend in der deutschen Hauptstadt, wo er auch als sogenannter Vertretungsimam in der Fussilet-Moschee tätig war, in welcher der Berlin-Attentäter Anis Amri verkehrte. Kontakte soll C. neben Mohamed M. auch zu dem deutschen Islamisten Denis Cuspert unterhalten haben - beide wurden glaubwürdigen Berichten zufolge vergangenes Jahr bei Luftangriffen in Syrien getötet.

Der 1985 in Wien geborene Sohn ägyptischer Einwanderer M., auch bekannt als „Abu Usama al-Gharib“, galt als Radikalislamist, der Einfluss auf Salafisten in Österreich und Deutschland ausübte und mit Hasspredigten, Drohvideos und seiner offenen Propaganda für den Heiligen Krieg für Aufsehen sorgte. Nachdem er seine Haftstrafe wegen Bildung einer terroristischen Vereinigung in Österreich 2011 abgesessen hatte, tauchte er in Deutschland, Ägypten, der Türkei und zuletzt in Syrien auf. Im syrischen Palmyra soll er an der Ermordung von insgesamt neun Menschen beteiligt gewesen sein.




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