Letztes Update am Fr, 19.07.2019 15:03

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Brandattentäter in Japan fühlte sich offenbar betrogen



Der mutmaßliche Brandstifter in Japan, der einen Anschlag auf ein Animationsfilmstudio mit 33 Todesopfern verübte, hat sich Medienberichten zufolge durch die Produktionsfirma betrogen gefühlt. Wie die japanische Nachrichtenagentur Kyodo am Freitag unter Berufung auf Ermittlungskreise berichtete, sagte der Festgenommene der Polizei, das Studio habe seine Idee für ein Werk gestohlen.

Laut der Lokalzeitung „Kyoto Shimbun“ sagte der 41-Jährige der Polizei: „Sie stahlen Geschichten“. Die Polizei äußerte sich auch am Freitag nicht zu dem Motiv des Täters, Medienberichten zufolge soll er jedoch psychisch krank gewesen sein und geglaubt haben, das Studio habe seine Ideen kopiert. Bisher ist über den Mann nur wenig bekannt. Laut seinem Führerschein wohnt er in der nördlich von Tokio gelegenen Millionenstadt Saitama. Er soll in keiner Verbindung zu dem Studio gestanden haben.

Nach Informationen des öffentlich-rechtlichen Rundfunksenders NHK leidet der 41-Jährige an einer psychischen Krankheit. Demnach saß er nach einem Diebstahl in einem Einzelhandelsgeschäft dreieinhalb Jahre im Gefängnis. Bevor er das Bewusstsein verlor, soll er laut der Lokalzeitung „Kyoto Shimbun“ der Polizei noch gesagt haben: „Ich habe das Feuer gelegt, weil sie Geschichten stahlen“.

Der Täter hatte am Vortag das Studiogebäude betreten und eine brennbare Flüssigkeit vergossen. Daraufhin zündete er das Gebäude an und rief dabei: „Sterbt!“. 36 Menschen wurden bei dem Anschlag verletzt. Auch der 41-jährige mutmaßliche Täter erlitt Verletzungen und wurde ins Krankenhaus gebracht. Kurz darauf gestand er den Berichten zufolge die Tat.

Ganz Japan und Zeichentrickfilm-Fans weltweit trauerten um die vielen Toten. Vor dem ausgebrannten Studio in Kyoto legten Anrainer Blumen nieder und beteten.




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