Letztes Update am Fr, 19.07.2019 17:48

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Starkes Erdbeben erschütterte Athen



Ein Erdbeben hat am Freitag Athen mit seinen rund 3,8 Millionen Einwohnern erschüttert. Das Epizentrum des Bebens mit der Stärke 5,1 lag 23 Kilometer nordwestlich von Athen, wie die griechische Erdbebenwarte mitteilte. Es gab drei Nachbeben. In mehreren Stadtvierteln fiel der Strom aus. Dutzende Einwohner Athens saßen vorübergehend in Aufzügen fest.

Zahlreiche staatliche Gebäude mussten aus Sicherheitsgründen evakuiert werden, Tausende Menschen rannten auf die Straßen, wie Augenzeugen berichteten. Es gab aber nach ersten Erkenntnissen kaum Verletzte.

„Zwei alte unbewohnte Häuser sind eingestürzt“, sagte der griechische Regierungssprecher Stelios Petsas. Lediglich drei Menschen seien durch herabfallenden Putz von Häusern leicht verletzt worden, hieß es seitens des Rettungsdienstes. Hubschrauber zogen ihre Kreise über Athen, um Schäden festzustellen.

Am 170 Jahre alten Parlamentsgebäude wurden Risse gesichtet. Geparkte Autos wurden durch herunterfallende Bauteile von Häusern beschädigt. Im Hafen von Piräus brach eine nicht benutzte Transportbrücke zusammen.

Das Zentrum des Bebens lag rund 25 Kilometer nordwestlich der griechischen Hauptstadt in einer Tiefe von rund 15 Kilometern, erläuterten Seismologen im Rundfunk. Aus diesem Grund wurde das Beben als so stark empfunden, bestätigte der Chef des Geodynamischen Instituts, Manolis Pleionis.

„Wer Schäden an seinem Haus feststellt, sollte sich an die Behörden wenden und nicht hineingehen“, sagte der Seismologe Akis Tselentis. Nach seinen Schätzungen war dieser Erdstoß das Hauptbeben - sicher könne man aber nicht sein, hieß es.

Das Amt für Erdbebenschutz erklärte nach den Beben von Freitag, es gebe „keinen Anlass zur Sorge“, die Gebäude Athens seien darauf ausgelegt, „weit stärkere Erdbeben auszuhalten“. Wegen der Bewegung tektonischer Platten kommt es in der Mittelmeerregion immer wieder zu Erdbeben.

Im Juli 2017 gab es bei einem Erdbeben der Stärke 6,7 auf der Insel Kos zwei Tote. 1999 hatte ein starkes Erdbeben in der gleichen Region im Nordwesten Athens die griechische Hauptstadt erschüttert. Das Beben forderte mehr als 140 Menschenleben.




Kommentieren