Letztes Update am Sa, 20.07.2019 10:17

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Kleinflugzeug-Absturz - Pilot hielt sich nicht an Flugroute



Der Pilot des Kleinflugzeuges, das am Donnerstagabend im Tiroler Leutasch (Bezirk Innsbruck-Land) abgestürzt ist, soll sich nicht an die vorgegebene Flugroute gehalten haben. Laut Medienberichten sei das Flugzeug nach Westen abgedriftet und konnte daher das knapp 3.000 Meter hohe Wettersteingebirge nicht passieren.

„Wäre er auf Kurs geblieben, hätte er in Tirol in der vorgegebenen Höhe von 5.500 Fuß (1.700 Meter, Anm.) sicher passieren können“, sagte Klaus Hohenauer von der Luftfahrtbehörde der Landesverkehrsabteilung. Nachdem das Flugzeug - es dürfte sich laut den Berichten um den Typ Cirrus SR22 handeln - sich in Richtung Westen bewegte, war das Wettersteingebirge im Weg.

Laut Hohenauer tat das Wetter noch das Seine dazu: „Es herrschte starker Nordwind. Bei Turbulenzen gilt die Cirrus als schwer zu fliegen. Die Flughöhe war schließlich einfach zu gering. Der Pilot hatte keine Möglichkeit, über das Gebirgsmassiv zu fliegen“. Die Polizei bestätigte diese Informationen gegenüber der APA vorerst nicht.

Bei dem Unglück sind sehr wahrscheinlich drei Männer im Alter von 72, 57 und 56 Jahren aus Deutschland ums Leben gekommen. Die Maschine startete im norditalienischen Montichiari und sollte im deutschen Schwäbisch Hall landen. Ob es sich bei den Insassen tatsächlich um jene drei Männer handelt, könne aber nur ein DNA-Abgleich sicherstellen, da die Leichen bis zur Unkenntlichkeit entstellt wurden.

Mittlerweile konnten die Untersuchungen an der Unfallstelle abgeschlossen werden, die Leichen wurden geborgen und die Überreste des Wrackteile sichergestellt. Die Staatsanwaltschaft beauftragte einen Sachverständigen. Das Kleinflugzeug war im Wettersteingebirge gegen eine Felswand geflogen und zerschellte dort. Dann ging es sofort in Flammen auf. Der Absturz hatte sich auf rund 2.300 Metern Höhe im Bereich der Leutascher Platt ereignet.




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