Letztes Update am Mo, 22.07.2019 12:48

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Venezuelas Vize-Parlamentspräsident beendet Hungerstreik



In Venezuela hat der inhaftierte Oppositionspolitiker und Vize-Parlamentspräsident Edgar Zambrano nach zehn Tagen seinen Hungerstreik beendet. Seine Ehefrau Sobella Mejias schrieb am Sonntag im Kurzbotschaftendienst Twitter, die Behörden hätten ihrem Mann erlaubt, Besuch von seiner Familie zu bekommen. Daraufhin habe ihr Mann seinen Hungerstreik schrittweise eingestellt.

Zambrano war am 8. Mai festgenommen worden, weil er einen gescheiterten Aufstand von Soldaten gegen Staatschef Nicolas Maduro unterstützt hatte. Im venezolanischen Parlament hat die von Maduros Gegenspieler Juan Guaido geführte Opposition die Mehrheit. Das Parlament ist aber weitergehend entmachtet worden.

Maduro und Guaido liefern sich in dem südamerikanischen Krisenstaat seit Monaten einen erbitterten Machtkampf. Parlamentspräsident Guaido erklärte sich im Jänner selbst zum Übergangspräsidenten und wird von mehr als 50 Staaten anerkannt, unter ihnen Deutschland und die USA.

Die US-Streitkräfte erhoben am Sonntag Anschuldigungen gegen die venezolanische Luftwaffe: Ein venezolanischer Kampfjet russischer Bauart habe sich über der Karibik „aggressiv“ einem US-Aufklärungsflugzeug genähert. Das Kampfflugzeug sei bis auf eine „unsichere Distanz“ an die US-Maschine herangeflogen und habe damit das Flugzeug und dessen Besatzung in Gefahr gebracht, erklärte das für Lateinamerika zuständigen Südkommando der US-Streitkräfte (Southcom). Der Vorfall zeige die „verantwortungslose militärische Unterstützung“ Russlands von Maduros „unrechtmäßigem Regime“.

Der im März aus Venezuela ausgewiesene deutsche Botschafter Daniel Kriener kehrte unterdessen auf seinen Posten zurück. Die Rückkehr sei „auf alleinige Initiative des venezolanischen Außenministeriums ohne irgendwelche Absprachen oder Vorbedingungen“ erfolgt, sagte ein Sprecher des Auswärtigen Amts (AA) am Montag in Berlin. Auch der von Deutschland und vielen anderen Staaten, darunter Österreich, anerkannte Übergangspräsident Guaido habe Krieners Rückkehr zugestimmt.

Die Regierung von Maduro hatte Kriener am 6. März wegen des Vorwurfs der Einmischung in innere Angelegenheiten und Unterstützung der Opposition zur unerwünschten Person erklärt. Kriener hatte zuvor Guaido bei dessen Rückkehr nach Caracas mit anderen Diplomaten am Flughafen begrüßt. Krieners Ausweisung wurde den Angaben aus Berlin zufolge am 1. Juli bei einem bilateralen Treffen zurückgenommen, der Diplomat sei daraufhin am Samstag nach Caracas zurückgekehrt. Die politische Position Deutschlands hinsichtlich der Führung in Venezuela habe sich dadurch nicht geändert, betonte der AA-Sprecher.




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