Letztes Update am Mo, 22.07.2019 18:34

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Europäische Schutzmission für Schifffahrt im Golf geplant



Großbritannien hat eine europäische Schutzmission für die Schifffahrt im Persischen Golf angekündigt. Das sagte der britische Außenminister Jeremy Hunt am Montag nach einer Dringlichkeitssitzung des Krisenkabinetts in London. Zugleich betonte Hunt, sein Land suche keine „Konfrontation“ mit Teheran nach der Festsetzung des unter britischer Fahne fahrenden Tankers „Stena Impero“ durch den Iran.

Großbritannien hatte zuvor angekündigt, den Iran nach den Tankervorfällen mit Strafmaßnahmen belegen zu wollen. Die Regierung prüfte laut Verteidigungsministerium eine „Reihe von Optionen“. Außenminister Jeremy Hunt wollte das Parlament am Montagnachmittag über den Stand unterrichten. Nach Angaben britischer Medien wurde erwogen, Vermögen des iranischen Staates einzufrieren.

Großbritanniens Nationaler Sicherheitsrat (Cobra) kam zu einem weiteren Treffen zusammen. Diesmal war auch Premierministerin Theresa May dabei, nachdem sie an zwei ersten Cobra-Zusammenkünften am Wochenende nicht persönlich teilgenommen hatte. Die Regierungschefin sollte dabei auf den aktuellen Stand zur Situation in der Golfregion gebracht werden.

Die Krise trifft Großbritannien in innenpolitisch turbulenten Zeiten angesichts des Streits um den Brexit und des bevorstehenden Rücktritts der konservativen Regierungschefin May. Der auch in der eigenen Partei umstrittene frühere britische Außenminister Boris Johnson wird wohl am Mittwoch Mays Posten übernehmen.

Der iranische Botschafter in Großbritannien, Hamid Baeidinedschad, schrieb am Sonntag auf Twitter, es gebe politische Kreise in London, die Spannungen jenseits des Tankerstreits wollten. Dies sei gefährlich und unklug. „Der Iran bleibt jedoch entschlossen und ist auf alle möglichen Szenarien vorbereitet“, so der Diplomat.

Der Zwischenfall in der Straße von Hormus belastete die Börsen und trieb den Ölpreis nach oben. Die Meerenge im Golf von Oman ist eine der wichtigsten Seestraßen der Welt. Fast ein Drittel des globalen Ölexports wird durch dieses Nadelöhr verschifft.

Die schwedische Reederei des Öltankers, Stena Bulk, bemühte sich unterdessen darum, die Besatzung besuchen zu können. Bisher gebe es dazu noch keine Antwort der Iraner, hieß es. Die „Stena Impero“ wird im südiranischen Hafen von Bandar Abbas festgehalten. Den 23 Besatzungsmitgliedern geht es laut Reederei den Umständen entsprechend gut.

Die jüngste Eskalation des Konflikts begann am 4. Juli, als in den Gewässern der britischen Exklave Gibraltar ein Supertanker mit Öl aus dem Iran an die Kette gelegt wurde. Der Vorwurf: von der EU untersagte Lieferungen an Syrien. Die Maßnahme gilt derzeit bis zum 20. August. „Anders als die Piraterie in der Straße von Gibraltar dient unsere Maßnahme im Persischen Golf dazu, die maritimen Regeln zu bewahren“, so Irans Außenminister Mohammed Dschawad Sarif.




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