Letztes Update am Di, 23.07.2019 11:09

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Schiele-Blätter aus Sammlung Grünbaum gehen an Erben



Zwei Blätter von Egon Schiele, die im Jahr 2015 in New York beschlagnahmt wurden, gehen an die Erben nach Fritz Grünbaum. Das ergab ein Berufungsverfahren am Supreme Court, der das Urteil vom Vorjahr laut „Standard“ nun bestätigte. Der Londoner Galerist Richard Nagy hatte die beiden Aquarelle „Frau mit schwarzer Schürze“ und „Frau, das Gesicht verbergend“ damals auf einer Kunstmesse angeboten.

Ob Nagy um eine Revision ansuchen wird, ist nicht bekannt. Beide Werke stammen aus jenem Konvolut, das nach dem Krieg von Mathilde Lukacs, der Schwägerin Grünbaums, an die Berner Galerie Klipstein & Kornfeld verkauft wurde und in dem sich auch das in den 1990er-Jahren ebenfalls in New York beschlagnahmte Werk „Tote Stadt III“ befand, das schließlich wieder ins Wiener Leopold Museum zurückkehrte. Der Restitutionsbeirat konnte bezüglich der Sammlung Grünbaum den Raubkunst-Verdacht nicht erhärten, wie sich in einem 2010 veröffentlichten Dossier entnehmen lässt.

Ob das nunmehrige Urteil auch Einfluss auf die sich im Leopold Museum und in der Albertina befindlichen Werke aus der Sammlung Grünbaum auswirken, werde geprüft, wie Eva Blimlinger, wissenschaftliche Koordinatorin der Kommission für Provenienzforschung, gegenüber dem „Standard“ festhielt: „Wir werden uns das genauer ansehen, vor allem im Hinblick auf etwaige neue Erkenntnisse.“ Auf den ersten Blick ortet sie demnach schwere inhaltliche Mängel. So sei etwa über Vorgänge in der NS-Zeit befunden worden, ohne die hiesige Gesetzgebung (u. a. Nichtigkeitsgesetz) zu berücksichtigen.




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