Letztes Update am Mi, 24.07.2019 11:46

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


ÖBB zieht nach Probefahrt mit Akku-Zug Zwischenbilanz



Nach der ersten Probefahrt des neuen „Cityjet eco“ in der Steiermark hat die ÖBB eine erste Zwischenbilanz der Testserie mit den akkubetriebenen Zug-Garnituren gezogen. Die Bilanz fiel positiv aus. Die bisherigen Evaluierungsfahrten der gemeinsam mit Siemens entwickelten Triebwagen seien sehr vielversprechend verlaufen.

„Derzeit sind wir dabei, die Erfahrungen der Testfahrten zu sammeln und anschließend auszuwerten. Für die zweite Jahreshälfte sind weitere Fahrten mit Fahrgästen im Echtbetrieb geplant, von denen wir uns weitere wertvolle Erkenntnisse erwarten“, hieß es am Dienstag auf Anfrage der APA seitens der ÖBB.

Gegen Ende des Jahres soll der salopp „Akku-Zug“ genannte Cityjet eco erneut zwischen Graz und Bad Radkersburg getestet werden - diesmal im regulären Fahrplanbetrieb. Nach der Auswertung der Ergebnisse der Probefahrten und den Tests im Fahrgastbetrieb soll evaluiert werden. Sollte alles zur Zufriedenheit verlaufen sein, plant die ÖBB künftig 25 derartige Züge auf Strecken in mehreren Bundesländern einzusetzen.

In der Südsteiermark begrüßt man die Pläne der ÖBB. Armin Klein von der Interessengemeinschaft Neue Radkersburger Bahn sieht das in den Sommermonaten von Jahr zu Jahr zunehmende Hitzeproblem der Dieselgarnituren, insbesondere auf der südsteirischen Strecke, durch das Vorhandensein einer Klima-Anlage im Cityjet eco als gelöst an. Augenzeugen der Probefahrt vergangenen Freitag zeigten sich zudem von der Geräuscharmut der neuen Züge beeindruckt: „Er ist total leise. Man hört nur Rollgeräusche“, hieß es gegenüber der APA.

Der Prototyp des Cityjet eco besitzt ohne Stromzufuhr eine Reichweite von 80 Kilometer. Durch technische Verbesserungen soll die endgültige Version sogar 120 Kilometer weit fahren können - bei einer Spitzengeschwindigkeit von bis zu 140 km/h.

Damit könnte der Cityjet eco im Falle einer „Wiedervereinigung“ der Radkersburger Bahn mit der Strecke jenseits der Murgrenze im heutigen Slowenien weit kommen: Die wieder zu aktivierende Verbindung von Gornja Radgona (Oberradkersburg) nach Ljutomer (Luttenberg) wäre mit der von Spielfeld aus gerechneten Gesamtstreckenlänge von zwei Mal 55 Kilometern zu bewältigen. Außerdem könnte der 14 Tonnen schwere, auf dem Zugdach montierte Akku am (elektrifizierten) Bahnknoten in Ljutomer laut Spezifikationen in nur zehn Minuten voll aufgeladen werden, verwies Klein auf das vielfältige Zukunftspotenzial des elektro-hybriden Triebwagens.




Kommentieren