Letztes Update am Mi, 24.07.2019 12:33

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Sturm reiste mit positivem Gefühl zu EL-Quali nach Haugesund



Mit großer Zuversicht hat Sturm Graz die Reise zum Zweitrunden-Hinspiel in der Fußball-Europa-League-Qualifikation gegen FK Haugesund angetreten. Die Steirer wollen sich am Donnerstag (19.00 Uhr) in Norwegen eine gute Ausgangsposition für das Retourmatch eine Woche später verschaffen und bauen dabei auf den neuen Schwung, den Coach Nestor El Maestro in die Mannschaft gebracht hat.

Einer der Profiteure des Trainerwechsels ist Philipp Hosiner, der nun offenbar in der Stammformation gesetzt ist. Im Frühjahr war der Ex-Teamspieler unter Roman Mählich bereits auf dem Abstellgleis. „Aber ich habe mich immer professionell verhalten und denke, dass ich eine neue Chance verdient habe. Ich habe mit Sturm noch einiges vor“, sagte der Angreifer.

Die Aussichten auf künftige Erfolge seien mit El Maestro rosig, betonte Hosiner. „Der Trainer bringt eine absolute Siegermentalität mit. Er hat uns schon in den Testspielen sehr gut vermittelt, dass es im Fußball nur ums Gewinnen geht und um nichts anderes. Da ist es im Endeffekt egal, wie man spielt“, erzählte der 30-Jährige.

Das erste Pflichtspiel unter der Regie von El Maestro endete mit einem 4:1-Auswärtssieg in der ersten ÖFB-Cup-Runde gegen Anif. Der zweite Streich soll gegen Haugesund folgen, auch wenn Hosiner auf harte Gegenwehr eingestellt ist. „Wir müssen dagegenhalten, damit sie ihre Stärken nicht ausspielen können“, warnte Hosiner.

Laut seinem Kollegen Markus Pink muss sich Sturm auf einen physisch starken Gegner einstellen. „Sie haben eine ziemlich große Mannschaft, die stark bei Standardsituationen ist, und sie haben ein klares Spielziel, und das sind hohe Bälle nach vorne. Da müssen wir uns dagegenstemmen“, erklärte der Stürmer. Auch Mittelfeldspieler Ivan Ljubic forderte Achtsamkeit, „weil Haugesund viel über Flanken und Standards kommen wird“.

Die Norweger liegen in der nationalen Liga, die als Ganzjahresmeisterschaft ohne lange Sommerpause ausgetragen wird, nach 15 Partien an der achten Stelle. In der ersten Runde der Europa-League-Qualifikation wurde der nordirische Verein Cliftonville mit einem Gesamtscore von 6:1 ausgeschaltet. „Haugesund hat den Vorteil, im Rhythmus zu sein, aber wir haben vielleicht ein bisschen mehr Waffen“, vermutete Sportchef Günter Kreissl mit Blick auf die wohl höhere spielerische Qualität von Sturm.

Dass die Grazer drei Tage vor dem Liga-Start eine Europacup-Partie in Norwegen absolvieren müssen, ist für Kreissl kein Problem. „Das, was wir uns am Saisonende hart errangelt haben (Anm.: einen Europacup-Startplatz durch den Play-off-Sieg über Rapid), liegt jetzt vor uns - ein europäisches Duell, und das ist immer ein Highlight“, sagte der Ex-Goalie.

Das Retourmatch in der kommenden Woche in Graz-Liebenau wäre eigentlich ein Geisterspiel. Dennoch werden über 1.000 Zuschauer im Stadion sitzen, weil Sturm von einer UEFA-Regel Gebrauch macht, wonach Jugendliche unter 14 Jahren ein solches Spiel besuchen dürfen. Sollten die Steirer vor den Augen der Kinder und Jugendlichen die Hürde Haugesund nehmen, müsste man bis zur Teilnahme an der Gruppenphase noch zwei weitere Runden überstehen.




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