Letztes Update am Mi, 24.07.2019 12:51

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Ostdeutsches Identitätsgefühl nutzt AfD und Linkspartei



Die Alternative für Deutschland (AfD) und die Linkspartei profitieren laut einer Studie vom ostdeutschen Identitätsgefühl. Anhänger der beiden Parteien identifizierten sich stark mit Ostdeutschland und weniger mit der gesamten Bundesrepublik, wie die in der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (FAZ) vom Mittwoch veröffentlichte Studie des Instituts für Demoskopie Allensbach ergab.

59 Prozent der ostdeutschen Linken-Anhänger und 62 Prozent der AfD-Anhänger gaben an, sich in erster Linie als Ostdeutsche zu sehen. Das liegt über dem ostdeutschen Durchschnitt, wonach sich nur 47 Prozent in erster Linie mit dem früheren Staatsgebiet identifizieren. Fast drei Viertel der befragten Ostdeutschen gehen der Studie zufolge außerdem von großen oder sehr großen Unterschieden der Lebensbedingungen in Ost und West aus. Dem stimmten nur 43 Prozent der Westdeutschen zu.

Darüber hinaus verstärkt sich in Ostdeutschland laut der Studie das Empfinden, abgehängt zu sein. 27 Prozent stimmten der Aussage zu, „dass es vielen anderen in Deutschland immer besser geht, aber mir nicht“. In Westdeutschland stimmten 18 Prozent dieser Aussage zu. Unter den Ostdeutschen ab einem Alter von 45 Jahren befürchtete jeder Dritte, dass er den Anschluss verlieren werde. Der Untersuchung zufolge prägte diese Sorge AfD-Anhänger weit überdurchschnittlich.

Einig waren sich die Befragten aus Ost- und Westdeutschland in der Frage der Chancengleichheit: Nur etwa jeder Fünfte ging von gleichen beruflichen Chancen in Ost und West aus, zwei Prozent nahmen bessere Chancen im Osten an.

Im Auftrag der „FAZ“ hatte das Allensbach-Institut für die repräsentative Untersuchung zwischen dem 1. und dem 11. Juli 1.228 Menschen befragt.




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