Letztes Update am Mi, 24.07.2019 14:10

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Radfahrerin angefahren und entführt - Mann festgenommen



Die Entführung einer Frau bei Graz in der Nacht auf Mittwoch ist nach wenigen Stunden glimpflich ausgegangen. Eine 27-Jährige war auf ihrem Rennrad nordöstlich von Graz von einem vorerst unbekannten Autolenker entführt worden. Noch während die initiierte Suchaktion lief, kam sie wieder frei, der mutmaßliche Täter wurde vom Einsatzkommando Cobra geschnappt. Das Motiv ist noch unbekannt.

Der Lebenspartner der 27-Jährigen hatte gegen 21.00 Uhr die Polizei alarmiert, dass seine Freundin mit ihrem Rad seit den Nachmittagsstunden im Bereich Kumberg-Schöckl unterwegs gewesen sei, aber nicht heimgekommen sei. Es wurde daraufhin eine Suchaktion unter Beteiligung zahlreicher Polizeistreifen der Feuerwehr und Privatpersonen gestartet, die zunächst negativ verlief. Knapp vor Mitternacht meldete der Freund der Polizei, dass seine Partnerin soeben von einem Unbekannten nach Hause gebracht worden war. Die 27-Jährige wies schwere Verletzungen auf und wurde in das LKH Graz eingeliefert.

Die Frau war mit ihrem Rennrad im Bereich Kumberg-Schöckl unterwegs gewesen und wurde gegen 17.00 Uhr von einem Autolenker angefahren, wobei sie stürzte. Noch an der Unfallstelle soll der Unbekannte sie geschlagen, mit einem Isolierband gefesselt und ins Auto gezerrt haben. Das Rennrad nahm er ebenfalls mit. Dann fuhr er mit ihr zu einem abgelegenen Wohnhaus. Dort soll er die Frau über mehrere Stunden festgehalten und auch mit einem Messer bedroht haben. Die 27-Jährige konnte ihn schließlich überreden, die Fesseln zu lösen und sie nach Hause zu bringen. Dies tat er auch und nahm sogar das Rennrad mit.

Sofort begannen umfangreiche kriminalistische Maßnahmen: So wurde u.a. der Fahrradcomputer ausgelesen, was ein Bewegungsprofil brachte. Aufgrund dieser und anderer Erkenntnisse wurde ein 33-Jähriger aus dem Bezirk Graz-Umgebung als Tatverdächtiger ausgeforscht. Dieser wurde gegen 3.00 Uhr vom Einsatzkommando Cobra in seinem Wohnhaus im Raum Kumberg (Bezirk Graz-Umgebung) festgenommen. Das dürfte auch der Ort sein, wo die Frau festgehalten wurde, sagte ein Polizeisprecher zur APA. Der Mann ist laut Polizei auf der örtlichen Inspektion zwar bekannt, aber noch nicht durch Gewalttaten aufgefallen. „Es sieht so aus, als ob psychische Probleme des Mannes im Raum stünden“, sagte ein Polizist zur APA.

Das Opfer konnte indes von den Kriminalisten befragt werden. Im wesentlichen sei die Frau bei ihrer Darstellung geblieben, hieß es seitens der Landespolizeidirektion. „Allerdings gibt es leichte Erinnerungslücken, das ist verständlich angesichts der Ereignisse“, meinte ein Polizeisprecher. So könne sich die 27-Jährige nicht genau entsinnen, wo sie von dem mutmaßlichen Täter gerammt worden sei. Es sei in der Nähe einer Kreuzung gewesen, dies werde nun überprüft. Sie wollte ihn, nachdem sie mit ihrem Rennrad gestürzt war und sich einen Unterarmbruch zugezogen habe, noch zur Rede stellen, da habe er bereits mit einem Prügel auf sie eingeschlagen. Auch später, im Haus des Mannes, sei sie gepeinigt worden. Sie sei gefesselt worden, auch habe der Täter sie in eine Badewanne voll kalten Wassers gedrängt.

Eine Gesprächsbasis habe es laut Polizei gegeben, nach Stunden konnte die Frau ihn überreden, sie nach Hause zu bringen. Ob der 33-Jährige in dem Haus, in dem er offenbar alleine wohnte, etwas zum Festhalten der Frau vorbereitet hatte, konnte vorerst nicht gesagt werden.

Der Steirer sei jedenfalls in der zuständigen Polizeiinspektion Kumberg bekannt gewesen. Einvernommen wurde er noch nicht, dies soll in den Abendstunden oder am Donnerstag in der Früh geschehen, sagte der Sprecher. Zum Motiv der Tat lagen am Mittwochnachmittag noch keine Erkenntnisse vor.




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