Letztes Update am Mi, 24.07.2019 15:04

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Sendungsmarathon im TV vor der Nationalratswahl



Wer sich vor der Nationalratswahl via TV eine Meinung bilden will, wird die Gelegenheit dazu erhalten. Vor allem ORF und Puls 4 werfen sich mit einem breit aufgefächerten Programm in die Vorwahl-Schlacht. Neu ist, dass beide Sender mit einem Format aufwarten, das der online populären Wahlkabine nachgebildet ist und dem Seher zeigen soll, welche Partei zu ihm passen könnte.

Im Mittelpunkt werden aber wohl die Konfrontationen stehen. ORF 3 ist diesmal als erstes mit einer „Elefantenrunde“ dran und profitiert quasi davon, dass Ö1 eine „Klartext“-Diskussion der Spitzenkandidaten moderiert von Klaus Webhofer bereits am 3. September ausstrahlt und der Spartensender mitfilmt. Die klassische ORF2-“Elefantenrunde“ steigt wie meist drei Tage vor der Wahl, geleitet von Claudia Reiterer und Armin Wolf. Die Spitzenkandidaten-Runde der kleinen Parteien ist mit 1. September terminisiert.

Puls 4 setzt diesmal stark auf die Duelle, sorgte aber gleich für Aufregung, weil zwar die Grünen als nicht im Nationalrat vertretene Partei, nicht aber die Parlamentarier von der Liste JETZT berücksichtigt wurden. „Puls 4“-Infochefin Corinna Milborn erklärte dazu, dass man sich für die Grünen aus „Relevanzgründen“ entschieden habe. Außerdem war längere Zeit nicht klar, ob die Liste JETZT noch einmal kandidiert. Seit dies nun feststeht, versuche man aber, alternative Duellvarianten zu finden. Zwischen 9. und 23. September finden die Duelle an Sonn- und Montagen statt. Der ORF hat auf Kanal zwei drei Duell-Tage reserviert (4., 11. und 18. September), wobei Lou Lorenz-Dittlbacher und Martin Thür für geordnete Dialogverhältnisse sorgen sollen.

Auch einzeln haben die Spitzenkandidaten jede Menge Gelegenheit sich zu präsentieren, etwa auf ATV, wo sie zwischen 24. August und 21. September in 15-minütigen Einzel-Interviews bei Jenny Laimer und Benedikt Gmeiner zu Gast sind. Mehr Zeit gibt es für die Listenersten in ORF 2, wo zwischen 8. und 22. September drei Doppel-“Pressestunden“ angesetzt sind.

Ein neues Format hat sich ORF 1 einfallen lassen, genannt „Mein Wahlometer“. Anhand von lebenden Infografiken soll gezeigt werden, welche Partei sich für welche Interessen stark macht. Im Gespräch mit Lisa Gadenstätter können die Spitzenkandidaten erläutern, ob der gezeigte Eindruck auch stimmt. Vier Sendungen sind geplant, als redaktioneller Partner ist wahlkabine.at dabei, ein Projekt, das mittels Fragen an die Parteien schon seit vielen Jahren dem Wähler näher zu bringen versucht, welche Partei zu ihm passt.

Ganz ähnlich liest sich ein neues Format auf Puls 4, das bisher freilich nur in Planung ist. Unter dem Namen „Wahlbarometer“ sollen Wähler über ihre wichtigsten Themen live abstimmen und so herausfinden können, welche Partei ihren Interessen am besten entspricht. Partner sind hier Neuwal und PolEdu.

Auch sonst sind noch jede Menge Sendungen im Rennen um die Publikumsgunst. Puls 4 schickt wieder Frühstücks-TV-Moderator Florian Danner durchs ganze Land, ATV begleitet die Spitzenkandidaten zwecks Reality-Chef, ORF 3 etabliert an Dienstagabenden eine „Runde der WahlbeobachterInnen“ und das Team des ORF-Report auf Kanal zwei gestaltet zu Beginn des Intensivwahlkampfs am 3. September „Der große Wahl-Report“.

Das wird wohl noch nicht alles sein. Anzunehmen ist, dass sowohl oe24.tv als auch Servus TV ebenfalls mehr oder weniger breit in die mediale Vorwahlkampagne einsteigen werden.




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