Letztes Update am Do, 25.07.2019 08:29

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Croizes „Flowers (we are)“ beim Wiener ImPulsTanz-Festival



Claire Croize hat als Choreografin bereits mehrfach Stücke zu klassischer Musik gestaltet, so etwa „Affected“ über Gustav Mahler. Wie dieses Werk 2007, war am Mittwoch nun auch Croizes neue Arbeit „Flowers (we are)“ beim Wiener ImPulsTanz-Festival zu sehen. Die in Brüssel lebenden Französin kreiert diesesmal mit ihrem Tanztrio Miniaturen über Bach und Rilke.

Genau genommen hat der italo-britische Musiker Matteo Fargion Variationen über Bach‘sche Klavierstücke geschaffen. Gemeinsam mit seiner Tochter Francesca doppelt er diese bisweilen mal billig am Synthesizer, extrahiert dann wieder stimmig einzelne Akkorde, über denen er Rilke-Gedichte rezitiert.

Diese Livemusik transponieren die beiden Tänzerinnen Emmi Väisänen und Claire Godsmark sowie ihr Kollege Gorka Gurrutxaga in Miniaturszenen, die weniger Narrative als Impressionen sind. Innerlichkeit und Überschwang evozieren bisweilen Vorstellungen von Liebenden, bisweilen platonische Relationen. Ein Wechselspiel von Synchronität und Widerstreit entspinnt sich im Stilmix aus Break- und Folkdance, klassischer Moderne, Krafttraining und Aerobic.

Am berührendsten gelingen die Passagen, in denen Fargions Rilke-Rezitationen den Aktionen eine narrative Dimension verleihen. Ohne diesen lyrischen Assoziationsraum verliert sich die Choreografie der De-Keersmaeker-Schülerin Croize hingegen immer wieder im sportiven Nirgendwo.




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