Letztes Update am Do, 25.07.2019 08:48

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Bombastische Musik- und Flugshow von Pink im Happel-Stadion



Pink (oder auch P!nk) hat am Mittwoch das Wiener Prateroval ins Ernst-Happel-Funhouse verwandelt: Der US-Star begeisterte 57.000 Besucher mit einem knallbunten Pop-Spektakel, brachte sozialpolitische Botschaften unter und hob am Ende ab: Es war sensationell, wie die 39-Jährige zu „So What“ durch das Stadion flog. Manchmal schrammte sie allerdings am akustischen wie optischen Overkill knapp vorbei.

„Here I Go Again“ von der Hardrock-Band Whitesnake hat die Sängerin als Intro für ihre „Beautiful Trauma World Tour“ gewählt. Eine Textzeile wie „I ain‘t waisting no more time“ könnte schließlich auch von ihr stammen. Und Zeit verschwendete Pink wahrlich keine: Mit „Get The Party Started“, „Beautiful Trauma“ und „Just Like A Pill“ gab es gleich zu Beginn drei große Kracher, denen die Show um nichts nachstand. Die mehrfache Grammy-Gewinnerin eröffnete ihr Programm am Trapez schwingend und - makellos - singend.

„Funhouse“, mit Elementen von „Just A Girl“ versetzt, platzte mit einer allzu üppigen Instrumentierung und einem Stroboskop-Licht-Dauerfeuerwerk beinahe aus allen Nähten. Da tat es gut, das locker-schwingende „Hustle“ vom aktuellen Album „Hurts 2B Human“ nachzuschieben, zu dem Pink und ihr Tanzensemble dem Jitterbug frönten. Bei „Secrets“, einem weiteren Trapez-Akt, hielt sich die Band ebenfalls zurück, was der Stimme der Künstlerin, die bis dato rund 40 Millionen Alben und 70 Millionen Singles verkaufte, wohltuend mehr Raum gab.

Mit einer Coverversion des US-Platin-Hits „River“ verneigte sich Pink vor der aus London stammenden Alternative-Electronic-Musikerin Bishopp River. Allerdings dröhnten Drums, Bass und E-Gitarre auch dabei eine Spur zu heftig. Aber Kraft hatte das! Reduzierter interpretierte Pink später Cyndi Laupers geniales „Time After Time“ - im akustischen Set mit „Walk Me Home“ (einem von drei neuen Liedern auf der Setlist), zu dem tausende Fans den Background-Chor machten.

Zwischen unterhaltsamem Bombastpop mit Stadionrock-Elementen (etwa „Try“ oder das buchstäblich feurige „Just Like Fire“) erntete die Amerikanerin auch für Appelle gegen Diskriminierung und der Aufforderungen zur Selbstakzeptanz verdienten Applaus. Mit zwei Songs zum Thema, „F**kin‘ Perfect“ und „Raise Your Glass“, ging es ins furiose Finale samt atemberaubender Flugshow. Hatte zuvor noch Töchterchen Willow mehrere Räder quer über die Bühne geschlagen, hob Mama Pink nicht nur ab - sie zischte quer durchs Stadion, drehte sich und sang mit dem Kopf nach unten in der Luft hängend.

Nach viel Spektakel, all den Krachern und einigen Kostümwechseln beendete Pink ihr Gastspiel im Casual Look mit der intimen Piano-Ballade „Glitter In The Air“. Das war stilvoll.




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