Letztes Update am Do, 25.07.2019 14:45

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Baby in Wien nach Fenstersturz gestorben



Ein zehn Monate alter Bub ist am Donnerstag in der Früh aus einem Fenster im vierten Stock einer Wohnung in der Hagengasse in Wien-Fünfhaus gestürzt und gestorben. Die alarmierten Polizisten und Mitarbeiter der Wiener Berufsrettung versuchten noch, das Baby zu reanimieren, für das Kind kam aber jede Hilfe zu spät. Die Eltern konnten bisher nicht einvernommen werden.

Der Unfall geschah gegen 7.30 Uhr, als beide Eltern in der Wohnung anwesend waren. Wie es zu dem Unglück kommen konnte, war zu Mittag noch unklar. Es gebe aber „keinen Hinweis auf Fremdverschulden“, sagte Polizeisprecher Harald Sörös.

Die schwer geschockten Eltern werden psychologisch betreut. „Sie sind derzeit absolut nicht einvernahmefähig“, sagte Sörös. Es war überhaupt fraglich, ob sie am Donnerstag noch befragt werden können. Beim Wiener Jugendamt war die Familie bisher nicht in Erscheinung getreten, sagte eine Sprecherin der APA.

In Österreich sterben laut dem Verein „Große schützen Kleine“ jedes Jahr zwei bis drei Kinder nach Stürzen aus geöffneten oder nicht gesicherten Fenstern. Solche Unfälle kommen zwar verhältnismäßig selten vor, gehen aber dafür umso öfter mit schweren oder gar tödlichen Verletzungen einher.

Das „typische Kind“, das aus dem Fenster stürzt, ist laut langjähriger Betrachtung von „Große schützen Kleine“ unter fünf Jahre alt (75 Prozent) und männlich (65 Prozent). Rund jeder sechste Fenstersturz endet tödlich. Entscheidend sind hauptsächlich die Fallhöhe und die Beschaffenheit der Aufprallstelle.

Der Fenstersturz kommt vor allem bei Mehrparteienhäusern vor. Ab dem vierten Stock ziehen sich 80 Prozent der Kinder tödliche Verletzungen zu. Besonders häufig sind die Unfälle in den warmen Monaten von Mai bis September.




Kommentieren