Letztes Update am Do, 25.07.2019 15:30

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Bisheriger IAEO-Chefkoordinator Feruta wird Übergangschef



Der rumänische Diplomat Cornel Feruta wird nach dem Tod von Yukiya Amano die Internationale Atomenergiebehörde (IAEO/IAEA) interimistisch leiten. Das teilte die in Wien ansässige Organisation am Donnerstag mit. Feruta (sprich: Ferutza), der bisher Chefkoordinator der IAEO und damit gleichsam Amanos Stabschef war, ist neben anderen Bewerbern auch als fester Nachfolger im Gespräch.

Um den Posten des IAEO-Generaldirektors dürfte es ein hartes Ringen geben. Neben Feruta will sich Argentiniens Botschafter bei der IAEO, Rafael Grossi, bewerben. Diplomaten erwarten, dass sich noch weitere Kandidaten in das Rennen mischen werden. Der Chef der Atomenergiebehörde wird von den Vertretern der 35 Staaten gewählt, die zusammen den Gouverneursrat bilden. Bis wann ein Nachfolger ernannt werden soll, ist bisher offen.

Die US-Botschafterin bei den internationalen Organisationen in Wien, Jackie Wolcott, forderte am Donnerstag in einer Aussendung, dass die Behörde so schnell wie möglich einen ständigen neuen Chef bekommen sollte - womöglich bereits zum Abschluss der IAEO-Generalkonferenz im September.

Die UNO-Behörde mit Sitz in Wien hatte am Montag mitgeteilt, dass der 72-jährige Amano am 18. Juli gestorben war. Bis zur Entscheidung über die vorübergehende Nachfolge übernahm die Amerikanerin Mary Alice Hayward, die bisher Amanos Stellvertreterin war, die Amtsgeschäfte.

Amano, der seit längerem mit gesundheitlichen Problemen zu kämpften hatte, stand seit Dezember 2009 an der Spitze der Atombehörde. Sein drittes Mandat wäre noch bis Ende November 2021 gelaufen. Er verfolgte bei seiner Arbeit einen rein technischen Ansatz und legte Wert auf politische Neutralität.

In seine Amtszeit fiel die Unterzeichnung des Atomabkommens zwischen dem Iran sowie Großbritannien, China, Frankreich, Deutschland, Russland und den USA in Wien im Jahr 2015. Vor gut einem Jahr stieg die USA aus dem Vertrag aus und verhängte Sanktionen gegen den Iran. Der Iran hat inzwischen erklärt, dass er sich nun nicht mehr an das Abkommen, das unter anderem ein Limit zur Urananreicherung vorsieht, gebunden sieht.




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