Letztes Update am Do, 25.07.2019 22:08

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Präsidentenwahl in Tunesien wird um zwei Monate vorgezogen



Nach dem Tod des tunesischen Präsidenten Beji Caid Essebsi wird die Wahl eines neuen Staatsoberhauptes in dem nordafrikanischen Land um zwei Monate vorgezogen. Über den neuen Staatschef sollen die Wähler am 15. September abstimmen, wie die unabhängige Wahlkommission am Donnerstagabend nach einer Dringlichkeitssitzung in Tunis mitteilte.

Die Präsidentenwahl war ursprünglich für den 17. November geplant. Die Organisation der Präsidentschaftswahl liegt beim bisherigen Parlamentspräsidenten Mohammed Ennaceur, der als Interimspräsident fungiert. Die Wahlordnung steht noch nicht fest. Das Parlament hatte im Juni Neuerungen beschlossen, die aber von Essebsi noch nicht in Kraft gesetzt wurden.

Die Neuregelungen würden dazu führen, dass der Medien-Mogul Nabil Karoui sich nicht um das Präsidentenamt bewerben darf. Karoui zieht seine Beliebtheit in der Bevölkerung unter anderem aus Wohltätigkeitskampagnen im Fernsehen. Das neue Wahlrecht sieht aber vor, dass Kandidaten ein Jahr vor der Wahl keine „politische Werbung“ betrieben haben dürfen.

Essebsi starb mit 92 Jahren im Militärkrankenhaus von Tunis. Er hatte bereits im April seinen Verzicht auf eine erneute Kandidatur bei der kommenden Präsidentschaftswahl erklärt. Am Samstag ist ein Staatsbegräbnis geplant. Das Präsidentenamt rief die Tunesier auf, zum Wohl der Nation zusammenzustehen.




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