Letztes Update am Fr, 26.07.2019 14:48

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Arbeiten an Notre-Dame müssen wegen Blei unterbrochen werden



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Wegen Bleiverschmutzung sollen die Arbeiten an der bei einem Brand schwerbeschädigten Kathedrale Notre-Dame unterbrochen werden. Ein Bericht der Arbeitsaufsichtsbehörde sei zu dem Schluss gekommen, dass die Sicherheitsvorschriften für Arbeiter nicht ausreichend angewendet würden, teilte die Präfektur am Donnerstag mit.

Präfekt Michel Cadot forderte daher, die Arbeiten auf der Baustelle vorerst einzustellen. Erst wenn die Vorsichtsmaßnahmen für Arbeiter, die deren Gesundheit schützen sollen, angemessen angewendet werden, soll es weitergehen. Französischen Medien zufolge soll die Unterbrechung mehrere Tage dauern.

Vor allem in der Dachkonstruktion und der Turmabdeckung der Kathedrale war viel Blei verarbeitet. Es war bei dem Feuer vor mehr als drei Monaten geschmolzen. Die Umgebung wurde mit Blei verschmutzt. Die investigative Online-Plattform „Mediapart“ hatte mehrfach berichtet, dass rund um die Kathedrale die zulässigen Blei-Werte höher seien als erlaubt. „Mediapart“ warf der Stadt vor, diese Werte zu verschweigen. Die Behörden wiesen die Vorwürfe zurück - die Werte befinden sich demnach im zulässigen Rahmen.

Eine Bleivergiftung kann schwerwiegende gesundheitliche Folgen haben. Blei schädigt das zentrale Nervensystem und kann etwa zu Fehl- und Frühgeburten oder Nierenschäden führen.

Der Chefarchitekt der Pariser Kathedrale Notre-Dame, Philippe de Villeneuve, zeigt sich indes besorgt über mögliche Auswirkungen der derzeitigen Hitzewelle auf die im April stark beschädigte Kirche. Das meldete der französische TV-Sender „France 3“ laut Kathpress am Freitag. Durch die hohen Temperaturen von bis zu 42,6 Grad könnten Fugen und Mauerwerk an Zusammenhalt und Qualität verlieren.

Dadurch könnte das Gewölbe womöglich doch noch einstürzen, befürchtete Villeneuve. Ein Brand im April hatte das gesamte Dach der Kathedrale sowie den Spitzturm zerstört. Bereits mehrmals haben für die Baustelle Verantwortliche betont, dass die Sicherung der Kathedrale noch nicht abgeschlossen sei und weiter die Gefahr bestehe, dass die Gewölbe einstürzen.

Erst Mitte Juli hatte das französische Parlament ein Gesetz zum Wiederaufbau in den kommenden fünf Jahren angenommen. Der Text sieht Ausnahmeregelungen von Umwelt- und Denkmalschutzvorgaben für die Renovierung vor. Zudem regelt er, welche Behörde den Wiederaufbau koordiniert und welche Steuerermäßigungen für Spenden gelten.




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