Letztes Update am Fr, 26.07.2019 17:15

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Mann wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern verurteilt



Ein 36-Jähriger ist am Freitag in einem fortgesetzten Prozess am Landesgericht Salzburg wegen schweren sexuellen Missbrauchs von Unmündigen zu einer unbedingten Freiheitsstrafe von fünf Jahren verurteilt worden. Er soll im Internet zehn- bis 13-jährige Mädchen zu geschlechtlichen Handlungen aufgefordert, sich Fotos davon schicken lassen und zwei Mädchen bei Treffen sexuell missbraucht haben.

Das Gericht ordnete zudem die Einweisung des großteils geständigen Beschuldigten in eine Anstalt für geistig abnorme, aber zurechnungsfähige Rechtsbrecher an. Das Urteil ist nicht rechtskräftig. Laut Anklage hat sich der bisher unbescholtene Österreicher, der nach einer Hausdurchsuchung im November 2017 von Salzburg nach Wien übersiedelte, in den Jahren 2017 und 2018 auf Online-Plattformen wie die Spiele-App für Kids „MovieStarPlanet“ zunächst als 13-Jähriger ausgegeben, um bei den Chats als „Gleichaltriger“ das Vertrauen seiner Opfer zu gewinnen.

Nicht alle Mädchen gingen darauf ein. In der Anklageschrift wurden fünf Betroffene aufgelistet. Dies sei aber nur ein Auszug des strafrechtlichen Verhaltens, die Polizei berichte von 23 weiteren Fällen, hatte der vorsitzende Richter des Schöffensenates, Christian Hochhauser, bei der ersten Verhandlung im März erklärt.

Der geschiedene Forstarbeiter sprach von einer Art „Sucht“, die ihn zu den Tathandlungen getrieben habe. „Es sitzt im Kopf und ich kann mich nicht dagegen wehren. Ich weiß nicht, woher das kommt.“ Er wolle aber eine Therapie absolvieren und wieder ein normales Leben führen, beteuerte er.

Mit einer 13-Jährigen soll der Angeklagte im Keller eines Wohnhauses in Wien den Geschlechtsverkehr auch vollzogen haben, was der 36-Jährige aber bestritten hatte. Er habe es zwar versucht, „es hat aber nicht geklappt“, sagte er zum Richter.

Der Angeklagte brachte auch seinen „massiven Alkoholkonsum“ zur Tatzeit ins Spiel. Er habe zehn bis zwölf Bier getrunken, als er mit den Unmündigen gechattet habe. Auf die Frage, warum er die Mädchen noch zu weiteren sexuellen Handlungen genötigt habe, indem er ihnen drohte, ansonsten die Fotos ihren Eltern weiterzuschicken, antwortete er: Er habe Druck gemacht, weil er selbst so erzogen worden sei. Er sei selbst als Achtjähriger missbraucht worden, schilderte der 36-Jährige.




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