Letztes Update am Mo, 29.07.2019 12:28

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Starkregen sorgte in Salzburg für Hochwassereinsätze



Der flächendeckend starke Regen seit Sonntagabend hat im Bundesland Salzburg für zahlreiche Hochwassereinsätze gesorgt. Der Wasserstand der Salzach legte in der Landeshauptstadt alleine in den sechs Stunden seit Mitternacht um drei Meter zu. In Rußbach (Tennengau) musste in der Früh Zivilschutzalarm ausgerufen werden. Mittlerweile hat sich die Lage dort aber entspannt.

Der Bach im Ortszentrum war bis zu einem Meter über die Ufer getreten. Auch die Straßen von Rußbach nach Abtenau und Gosau waren nicht mehr passierbar. Der Ort war damit zunächst nicht erreichbar. Das Katastrophenschutzreferat des Landes empfahl den Bewohnern, unnötige Autofahrten zu unterlassen, in den Häusern zu bleiben und Schutz in höher gelegenen Gebäudebereichen zu suchen.

Am frühen Montagvormittag entspannte sich die Hochwassersituation in Rußbach wieder. „Der Bach ist wieder in seinem ursprünglichen Lauf“, sagte Ortsfeuerwehrkommandant Bernd Schnitzhofer im Telefonat mit der APA. „Wir sind momentan dabei, die Schäden links und rechts des Bachbetts aufzuarbeiten und Keller auszupumpen.“

Nach wie vor ist der Ort, einzelne Straßenzüge standen bis zu einem Meter unter Wasser, nicht erreichbar. Wie lange die Pass-Gschütt-Straße (B166) zwischen Gosau und Abtenau noch gesperrt werden muss, sei momentan nicht absehbar. „An der Gemeindegrenze hat der Rußbach eine ganze Brücke mitgerissen, da klafft ein riesiges Loch in der Straße“, sagte Schnitzhofer.

Auch anderswo im Bundesland haben die starken Regenfälle der vergangenen Stunden für Behinderungen im Verkehr gesorgt. Im Tennengau ist nach einem Erdrutsch etwa die Postalmstraße zwischen Abtenau und Strobl nicht passierbar. Und in Mittersill (Pingzau) wurde wegen der erhöhten Pegelstände auch ein Abschnitt der Pinzgauer Lokalbahn still gelegt. Zwischen der Haltestelle „Essiger“ und Krimml wurde ein Schienenersatzverkehr eingerichtet.

Betroffen waren nach Einsatzzahlen der Feuerwehr auch das Lammertal im Tennengau und der Bereich um Strobl im Flachgau. Der sinnflutartige Regen habe an mehreren Stellen zu überfluteten Kellern, Garagen und Gräbern sowie kleineren Rutschungen und Felsstürzen geführt. Auch zahlreiche verklauste Bachdurchläufe mussten von Bäumen, Geäst und Schutt befreit werden.

Mittlerweile wieder passierbar ist hingegen das „Kleine Deutsche Eck“ zwischen dem Grenzübergang Melleck-Steinpass und Schneizlreuth (Bayern), wo in der Nacht eine Schlammlawine abgegangen ist. Der Feuerwehr ist es mittlerweile gelungen, die Fahrbahn zu räumen und zu reinigen.

Wie das Landesfeuerwehrkommando Salzburg am Vormittag meldete, waren seit Beginn der Einsätze rund 640 Feuerwehrmänner von 34 Feuerwehren bei 80 Ereignissen gefordert. In der Landeshauptstadt ist der Pegel der Salzach weiter gestiegen, der hydrografische Dienst rechnete aber weiter nicht mit einem Übertreten der Flusses. Der Pegel lag zuletzt bei knapp 5,80 Meter und sollte maximal noch auf etwas über sechs Meter zulegen. Das würde einem zehnjährlichen Hochwasserereignis entsprechen.




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