Letztes Update am Mo, 29.07.2019 13:12

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Autor Tuvia Rübner mit 95 in Israel gestorben



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Der israelische Autor Tuvia Rübner ist im Alter von 95 Jahren gestorben. Dies bestätigte Giddon Ticotsky, Herausgeber und Vertrauter Rübners, der Deutschen Presse-Agentur am Montag. Der Schriftsteller und Übersetzer sei in der Nacht in seinem Kibbuz Merchavia im Norden Israels gestorben. Rübner wurde 1924 als Kurt Erich Rübner in Bratislava (Pressburg) geboren.

Als einzigem seiner österreichisch-jüdischen Familie gelang ihm 1941 die Flucht ins heutige Israel. Seine Gedichte schrieb Rübner bis 1954 in deutscher, anschließend auch in hebräischer Sprache. Auf Deutsch erschienen u.a. „Ein langes kurzes Leben. Von Pressburg nach Merchavia“ und „Wer hält diese Eile aus“.

Ticotsky sagte, Rübner sei letztlich ein „Migrant aus der Peripherie der deutschen Kultur“ gewesen. Nach dem Zweiten Weltkrieg habe er versucht, „etwas von seinem intellektuellen Zentrum in der entfernten Provinz Israel wiederaufzubauen“. Mit seinem literarischen Werk habe Rübner „Brücken zwischen beiden Kulturen gebaut, zu einer Zeit, als Kontakte zwischen beiden Seiten noch als Tabu galten“.

Der Dichter veröffentlichte zahlreiche Gedichtbände und übersetzte unter anderem Werke von Johann Wolfgang von Goethe ins Hebräische. Rübner arbeitete auch als Professor für deutsche und hebräische Literatur an der Universität Haifa.

Für sein Werk erhielt er viele Auszeichnungen. Eine davon war der Paul-Celan-Preis (1999) für seine Übersetzung des Romans „Schira“ von Literatur-Nobelpreisträger Samuel Agnon aus dem Hebräischen ins Deutsche. 2008 bekam er den Israel-Preis, die höchste Auszeichnung des Landes, sowie den in Österreich verliehenen Theodor Kramer Preis für Schreiben im Widerstand und im Exil. Sprache sei Rübner „kein Trostmittel, sie verspricht keine Heilung. Sie ist ihm vielmehr der quälende, beunruhigende Weg zwischen Rede und Verstummen“, hieß es damals in der Begründung. „Rübners Dichtung unternimmt es, der Furie des Verschwindens Einhalt zu gebieten.“ 2012 erhielt er den Literaturpreis der Konrad-Adenauer-Stiftung.




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