Letztes Update am Di, 30.07.2019 08:10

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


115 Migranten warten vor Sizilien auf Landung



115 Migranten bleiben an Bord des Schiffes „Gregoretti“ der italienischen Küstenwache im Hafen der sizilianischen Stadt Augusta. Zwar hat sich Deutschland zur Aufnahme der Migranten, die vor vier Tagen im Mittelmeer gerettet worden waren, bereit erklärt, Rom wartet jedoch noch auf die offizielle Ankündigung der EU, dass es zur Umverteilung der Migranten kommen wird.

16 Minderjährige im Alter zwischen 15 und 17 Jahren durften am Montagnachmittag das Schiff verlassen. Am Samstag war bereits eine vierköpfige Familie mit zwei Kindern an Land gegangen. Das Rote Kreuz brachte Kleider an Bord. Die hygienische Lage an Bord sei bedenklich, denn das Schiff sei nicht für derart viele Menschen geeignet, hieß es.

Am Donnerstagabend hatten Schiffe der italienischen Küstenwache im Mittelmeer rund 140 Migranten gerettet, die mit zwei Schlauchbooten in Libyen losgefahren und in Seenot geraten waren. Am selben Tag hatte sich vor der libyschen Küste eine Flüchtlingstragödie ereignet, bei der bis zu 200 Tote befürchtet wurden. Die geretteten Flüchtlinge wurden von dem Rettungsschiff der italienischen Küstenwache aufgenommen. Der „Gregoretti“ verweigerte das italienische Innenministerium aber die Einfahrt in einen italienischen Hafen.

Inzwischen hat das Rettungsschiff „Alan Kurdi“ der deutschen NGO „Sea-Eye“ libysche Gewässer erreicht. Aus dem italienischen Innenministerium verlautete, dass Italiens Häfen für Rettungsschiffe geschlossen seien. 31 Iraker erreichten am Montag an Bord eines Segelboots aus der Türkei den Hafen der süditalienischen Stadt Crotone.




Kommentieren