Letztes Update am Di, 30.07.2019 08:54

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Wiener TheaterArche plant Produktion zu 30 Jahre Mauerfall



Das kleine Wiener TheaterArche plant für November eine Produktion zum 30. Jahrestag des Berliner Mauerfalls. „Es wird eine theatrale Reise rund um die Welt, vom ehemaligen Osteuropa über China bis an die Grenze zwischen den USA und Mexiko“, verspricht Theaterleiter Jakub Kavin im Gespräch mit der APA. „Mauer“ soll am 7. November Uraufführung feiern.

Kavin hat die TheaterArche in den Räumen des von seinen Eltern Ludvik Kavin und Nika Brettschneider betriebenen früheren „Theater Brett“ in Wien-Mariahilf etabliert und mit der Collage „Anstoß - Ein Sportstück“ rund um das Thema Missbrauch im Sport heuer eine erste viel beachtete Eigenproduktion vorgelegt, die bei 20 Vorstellungen eine Auslastung von rund 60 Prozent erreichte. In der Saison 2019/2020 sind gleich vier Eigenproduktionen geplant.

Für „Mauer“ hat sich Kavin ein Theaterstück des am Reinhardt-Seminar Regie studierenden jungen Wien-Kärntners Thyl Hanscho als Ausgangspunkt genommen. Aus den „wunderbaren Szenen des ins Absurde gehenden Stückes“ soll in kollektiver Arbeit eine Textcollage entwickelt werden, in der „die physischen wie psychologischen Mauern die uns umgeben, einsperren oder auch beschützen“ ebenso behandelt werden wie aktuelle politische Entwicklungen. Für die Universalität des Erarbeiteten soll auch die Herkunft des Ensembles garantieren: Die zehn Darsteller sprechen sechs verschiedene Muttersprachen.

Im Dezember ist die Österreichische Erstaufführung eines Dramas über ein Pogrom in der Weihnachtszeit des Jahres 1941 geplant („Nittel - Blinde Nacht“ von Simon Kronberg), im März 2020 steht die Uraufführung eines Stückes von Thyl Hanscho und Sophie Reyer auf dem Programm („Hikikomori“), soll ein weiteres Stück folgen. Außerdem soll es im Jänner ein einwöchiges Festival und dazwischen zahlreiche Gastspiele geben. „Die Vermietung für Gastspiele brauchen wir unbedingt, um unsere Fixkosten bestreiten zu können.“

Die TheaterArche basiert nämlich „auf dem Prinzip der Selbst- und Fremdausbeutung“, sagt Jakub Kavin. „Wir haben seit unserer Gründung noch keinen Cent öffentlicher Subvention erhalten.“ Bisherige Ansuchen um Projekt- oder Konzeptförderung wurden abschlägig beschieden. Am 6. August hat Kavin einen neuerlichen Termin im Büro der Kulturstadträtin. Und bis 25. August läuft auf der Plattform wemakeit.com noch die Crowdfunding-Kampagne für „Mauer“. Immerhin 13.000 Euro konnten bisher dafür lukriert werden.




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