Letztes Update am Di, 30.07.2019 16:21

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Justizermittlungen um Flüchtlingsschiff in Sizilien



Die Staatsanwaltschaft der sizilianischen Stadt Syrakus hat eine Untersuchung rund um den Fall der 115 Migranten an Bord des Schiffes „Gregoretti“ der italienischen Küstenwache aufgenommen, das im Hafen der Stadt Augusta auf die Landung wartet. Der Schiffskapitän soll befragt werden, berichteten italienische Medien am Dienstag.

Geprüft wird unter anderem die Situation der 16 Minderjährigen, die auf Anordnung des italienischen Innenministeriums am Montag das Schiff verlassen durften, hieß es.

Die EU-Kommission führt inzwischen weiterhin Gespräche mit EU-Mitgliedsstaaten für die Umverteilung der Migranten an Bord des „Gregoretti“-Schiffes, bestätigte der Sprecher der EU-Kommission, Carlos Martin Ruiz de Gordejuela am Dienstag. Zwar hat sich Deutschland zur Aufnahme der Migranten, die vor vier Tagen im Mittelmeer gerettet worden waren, bereit erklärt, Rom wartet jedoch noch auf die offizielle Ankündigung der EU, dass es zur Umverteilung der Migranten kommen wird.

Am Donnerstagabend hatten Schiffe der italienischen Küstenwache im Mittelmeer rund 140 Migranten gerettet, die mit zwei Schlauchbooten in Libyen losgefahren und in Seenot geraten waren. Am selben Tag hatte sich vor der libyschen Küste eine Flüchtlingstragödie ereignet, bei der bis zu 200 Tote befürchtet wurden. Die geretteten Flüchtlinge wurden von dem Rettungsschiff der italienischen Küstenwache aufgenommen. Der „Gregoretti“ verweigerte das italienische Innenministerium aber die Einfahrt in einen italienischen Hafen.




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