Letztes Update am Di, 30.07.2019 18:21

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Auch Iran will keinen Tankertausch mit Großbritannien



In der Tankerkrise mit Großbritannien will auch der Iran nach Angaben seines Botschafters in London keinen Austausch der beiden festgesetzten Schiffe. „Großbritannien hat ein Schiff mit iranischem Öl an Bord illegal festgesetzt, der britische Tanker aber wurde wegen Sicherheitsverstößen in der Straße von Hormuz beschlagnahmt“, twitterte Hamid Baeidinejad am Dienstag.

Daher könne es auch keinen Austausch der Schiffe geben, so der Botschafter. Präsident Hassan Rouhani hatte jedoch zweimal angedeutet - auch in einem Schreiben an Premierminister Boris Johnson -, dass der Streit über einen Austausch der beiden Schiffe gelöst werden könne. Der britische Außenminister Dominic Raab schloss am Montag aber einen solchen Austausch aus.

Großbritannien hatte am 4. Juli in Gibraltar den Tanker „Grace1“ mit der Begründung festgesetzt, er habe iranisches Erdöl für Syrien an Bord und damit gegen EU-Sanktionen verstoßen. Der Iran bestreitet das. Am 19. Juli stoppten die iranischen Revolutionsgarden in der Straße von Hormuz den britischen Öltanker „Stena Impero“. Zur Begründung hieß es, das Schiff habe internationale Regeln der Seefahrt nicht eingehalten, sein GPS-System ausgeschaltet und umweltschädigende Materialien an Bord. Beide Seiten sprachen von „Piraterie“.

Vertreter von Militärs der USA und Großbritanniens wollen am Mittwoch in Bahrain über den möglichen Einsatz zum Schutz von Öltankern im Persischen Golf beraten. Das bestätigten das britische Verteidigungsministerium und ein Sprecher der 5. Flotte der US-Marine am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur.

Das Ministerium in London sprach von „mehreren internationalen Partnern“, die bei dem Treffen dabei sein würden. Details wurden nicht genannt. Alles sei noch auf „Diskussionsebene“.

Das Treffen findet dem Sprecher der 5. Flotte der US-Marine zufolge hinter verschlossenen Türen statt, Journalisten seien nicht zugelassen. Möglicherweise würden am Donnerstag aber Details und Ergebnisse des Treffens veröffentlicht.

Großbritannien und die USA wollen nach den Tankervorfällen in der Straße von Hormuz den Seetransport in der Region sichern. Der angedachte Einsatz soll Schiffe schützen, die die für den internationalen Handel wichtige Meerenge passieren. In den USA laufen entsprechende Diskussionen bereits seit mehreren Wochen.

Auch Deutschland wurde zusammen mit Frankreich wegen einer möglichen Beteiligung gefragt. Aus dem Auswärtigen Amt hieß es am Dienstag allerdings, dass die Bundesregierung zu solch einer Schutzmission „bisher keinen Beitrag in Aussicht gestellt“ habe.




Kommentieren