Letztes Update am Di, 30.07.2019 21:17

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Ukraine ordnete Beschlagnahmung von russischem Tanker an



Der vor wenigen Tagen in einem Schwarzmeer-Hafen festgesetzte russische Tanker bleibt vorerst in den Händen der ukrainischen Behörden. Ein Gericht in Odessa ordnete am Dienstag die Beschlagnahmung des Schiffes an. Der russische Eigentümer des beschlagnahmten Tankers, die Altomar Shipping, steht nach eigenen Angaben in Kontakt mit den ukrainischen Behörden.

Wie der ukrainische Militärstaatsanwalt Anatoli Matios am Dienstag mitteilte, entschied das Gericht im Süden der Ukraine, dass die „Nika Spirit“ wegen ihrer mutmaßlichen Beteiligung an einem Zwischenfall vor der von Russland annektierten Halbinsel Krim Ende 2018 beschlagnahmt werde. „Das Gericht hat das Schiff beschlagnahmt“, erklärte Militärstaatsanwalt Matios. „Wir haben das legal getan“. Es gehe darum, eine „Reihe von Angelegenheiten bezüglich des Schiffs“ zu lösen, erklärte Altomar Shipping gegenüber der russischen Nachrichtenagentur Interfax.

Die „Nika Spirit“ liegt im ukrainischen Hafen Izmail in der Region Odessa. Die ukrainischen Behörden hatten sie vor einer Woche an der Donaumündung gestoppt, weil sie im vergangenen November im Verband mit anderen russischen Schiffen vor der Krim an der Beschlagnahmung ukrainischer Marineschiffe beteiligt gewesen sein soll.

Ermittler des ukrainischen Geheimdienstes SBU durchsuchten das Schiff. Sie beschlagnahmten nach eigenen Angaben „Dokumente“ und befragten die Besatzung. Russland drohte umgehend mit Konsequenzen. Die zehn russischen Besatzungsmitglieder durften ohne Anklage aus der Ukraine ausreisen.

Im November hatte die russische Küstenwache in der Straße von Kertsch zwischen dem Schwarzen und dem Asowschen Meer drei ukrainische Marineschiffe beschossen und beschlagnahmt. Die „Nika Spirit“, die nach ukrainischen Angaben damals noch „Neyma“ hieß, soll den ukrainischen Schiffen die Einfahrt in die Straße von Kertsch versperrt haben.

Mehrere ukrainische Marinesoldaten wurden bei dem Vorfall verletzt. 24 Besatzungsmitglieder wurden festgenommen und sind seitdem in Russland in Haft. Der Vorfall hatte den Konflikt zwischen Kiew und Moskau weiter befeuert.

Die ukrainische Krim-Halbinsel war im März 2014 nach einem umstrittenen Referendum von Russland ins eigene Staatsgebiet eingegliedert worden. Die Regierung in Kiew und der Westen sehen dies als völkerrechtswidrige Annexion an und betrachten die Krim weiter als Teil der Ukraine. Die EU und die USA verhängten wegen der Annexion Sanktionen gegen Moskau.




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