Letztes Update am Di, 30.07.2019 21:28

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Israel plant Baugenehmigung für 700 palästinensische Häuser



In einem seltenen Schritt erwägt die israelische Regierung Baugenehmigungen für Hunderte palästinensische Häuser im besetzten Westjordanland. Die Pläne sehen den Bau von 700 Unterkünften für Palästinenser sowie 6.000 neue Unterkünfte für jüdische Siedler vor, wie ein israelischer Regierungsvertreter am Dienstag sagte.

Die neuen Gebäude sollen demnach in der von Israel kontrollierten Zone C des Westjordanlands entstehen. Die Zone C umfasst etwa 60 Prozent des palästinensischen Gebiets. Nach Angaben israelischer Medien war dort seit vier Jahren kein größeres Bauvorhaben der Palästinenser mehr genehmigt worden. In jüngster Zeit hatte vor allem der Abriss palästinensischer Häuser durch die israelische Armee international Kritik ausgelöst.

Beobachter sehen in dem nun angekündigten Schritt einen Versuch von Israels Ministerpräsident Benjamin Netanyahu, mit Blick auf den US-Friedensplan für den Nahen Osten seinen guten Willen zu zeigen. In wenigen Tagen wird der US-Nahostbeauftragte Jared Kushner in Israel erwartet.

Israel hatte das Westjordanland und Ost-Jerusalem im Sechs-Tage-Krieg 1967 besetzt und Ost-Jerusalem 1980 annektiert. Die UNO erkennt die Annexion nicht an. Die UNO betrachtet sämtliche israelische Siedlungen in den besetzten palästinensischen Gebieten als illegal.




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