Letztes Update am Mi, 31.07.2019 09:10

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Maori wehren sich gegen Bauprojekt in Neuseeland



Aus Protest gegen ein Bauprojekt haben in Neuseelands größter Stadt Auckland mehrere Hundert Demonstranten ein Gelände besetzt, das früher einmal Maori-Ureinwohnern gehörte. Auf dem 32 Hektar großen Grundstück im Süden der Stadt stehen inzwischen etwa 100 Zelte.

Mehrere Tausend Menschen gingen seit Beginn der Proteste vergangene Woche gegen das Projekt auf die Straße. Die 1,4-Millionen-Einwohner-Stadt Auckland gehört weltweit zu den Metropolen, in denen die Immobilienpreise in den vergangenen Jahren enorm gestiegen sind.

Das Grundstück war bereits 1863, zu Kolonialzeiten, einem Maori-Stamm weggenommen worden. Über 150 Jahre lang war es in Besitz einer Siedlerfamilie. Der Immobilienkonzern Fletcher kaufte es dann 2016, um dort 480 Häuser zu bauen. Die Arbeiten sollen demnächst beginnen. In der Nähe befindet sich ein Gebiet, das von Maoris als heiliges Land erachtet wird. Innerhalb der Maori-Gemeinde gibt es jedoch auch Befürworter des Projekts.

Die Bürgerbewegung Save Our Unique Landscape (Soul, in etwa: Rettet unsere einzigartige Landschaft) forderte die Regierung der Premierministerin Jacinda Ardern auf, das Land zurückzukaufen. Ardern versicherte, dass nach einer Lösung gesucht werde, die alle Seiten zufrieden stelle. Solange es Gespräche gebe, werde der Bau nicht beginnen. Soul-Sprecherin Qiane Matata-Sipu verlangte im Sender Radio New Zealand dafür eine schriftliche Garantie.

In dem Pazifikstaat sind von knapp fünf Millionen Einwohnern etwa 15 Prozent Angehörige der indigenen Bevölkerung. Die Maori leben dort seit dem 13. Jahrhundert.




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