Letztes Update am Mi, 31.07.2019 10:35

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Sorge wegen hygienischer Zustände auf Schiff „Gregoretti“



Nach ihrer Rettung im Mittelmeer harren 115 Migranten weiter auf dem Schiff „Gregoretti“ der italienischen Küstenwache im Hafen der sizilianischen Stadt Augusta aus. Die Migranten dürfen immer noch nicht landen. Aus Sorge wegen der hygienischen Zustände an Bord schickte die Staatsanwaltschaft der sizilianischen Staatsanwaltschaft Syrakus Ärzte an Bord, um die Lage zu prüfen.

Eine einzige Toilette stehe für alle Personen an Bord zur Verfügung, hieß es. Die Gefahr sei, dass sich Infektionen an Bord ausbreiten. Die italienische Regierung will die Migranten erst vom Schiff gehen lassen, wenn sich andere europäische Staaten dazu bereit erklären, sie aufzunehmen.

Deutschland hat der EU-Kommission bereits seine Bereitschaft bekanntgegeben, gerettete Migranten aufzunehmen. Solange Italien jedoch von der EU-Kommission keine offizielle Mitteilung in Sachen Umverteilung erhalte, sollen die Migranten nicht das Schiff verlassen, heißt es in Rom. Die EU-Staaten streiten seit langem über einen Verteilmechanismus für Bootsflüchtlinge. Am Montag waren 16 Minderjährige von Bord gegangen.

Der deutsche Innenminister Horst Seehofer appellierte an Italien, die Migranten an Land gehen zu lassen. Es sei unmenschlich, Migranten so lang auf die Landung warten zu lassen.

Am Donnerstagabend vergangener Woche hatten Schiffe der italienischen Küstenwache im Mittelmeer rund 140 Migranten gerettet, die mit zwei Schlauchbooten in Libyen losgefahren und in Seenot geraten waren. Am selben Tag hatte sich vor der libyschen Küste eine Flüchtlingstragödie ereignet, bei der bis zu 200 Tote befürchtet wurden. Die geretteten Flüchtlinge wurden von einem Rettungsschiff der italienischen Küstenwache aufgenommen. Der „Gregoretti“ verweigerte das italienische Innenministerium aber die Einfahrt in einen italienischen Hafen.




Kommentieren