Letztes Update am Mi, 31.07.2019 12:02

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Nordkorea feuerte zwei ballistische Raketen ab



Nordkorea hat erneut Raketen getestet. Es habe sich um zwei ballistische Kurzstreckenraketen gehandelt, teilte das südkoreanische Militär am Mittwoch in Seoul mit. „Nordkoreas Handeln hilft weder, die militärischen Spannungen zu mildern, noch den Schwung für die laufenden Gespräche zu erhalten“, kritisierte die südkoreanische Außenministerin Kang Kyung-wha.

Nordkorea müsse seine Raketentests einstellen, sagte sie vor ihrer Abreise zum ASEAN-Gipfel der südostasiatischen Staaten in Bangkok. Dort hofft US-Außenminister Mike Pompeo, seinen nordkoreanischen Kollegen zu Gesprächen über eine Entnuklearisierung der koreanischen Halbinsel zu treffen.

Die beiden Raketen wurden nach Angaben des südkoreanischen Militärs in Wonsan an der Ostküste Nordkoreas abgefeuert und flogen 250 Kilometer weit. Experten zufolge können die Raketen des Typs KN-23 Abwehrsystemen entgehen, weil sie leichter zu starten und lenken sind. Selbst Südkoreas Verteidigungsminister Jeong Kyeong-doo hat eingeräumt, dass es schwierig wäre, KN-23-Raketen zu stoppen, selbst wenn das eigene Abwehrsystem in der Lage sei, sie zu entdecken und abzufangen. Es handle sich vermutlich um einen ähnlichen Typ wie beim Test vergangene Woche, teilte das südkoreanische Militär weiter mit. Auch da hatte Nordkorea Kurzstreckenraketen getestet und damit Zweifel genährt, ob die geplanten Gespräche zwischen Nordkorea und den USA über eine Entnuklearisierung der koreanischen Halbinsel wirklich stattfinden werden.

Das international weitgehend isolierte Nordkorea stört sich an geplanten gemeinsamen Militärübungen der USA und Südkoreas. Vermutlich will Machthaber Kim Jong-un zudem kurz vor dem ersten Besuch des neuen US-Verteidigungsministers Mark Esper in Südkorea im August die Muskeln spielen lassen.

Das japanische Verteidigungsministerium teilte mit, keine ballistische Rakete habe japanische Gebiete erreicht. Jeder Abschuss durch Nordkorea verletze Resolutionen der Vereinten Nationen. Ministerpräsident Shinzo Abe sagte, die Sicherheit seines Landes sei nicht beeinträchtigt worden. Abe zeigte sich unbeeindruckt: „Wir werden weiterhin eng mit den USA und anderen zusammenarbeiten.“




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