Letztes Update am Mi, 31.07.2019 13:26

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


43 Demonstranten in Hongkong auf Kaution entlassen



Nach Protesten wegen der Anklagen gegen 44 regierungskritische Demonstranten sind 43 der 44 Demonstranten laut einem Bericht der Hongkonger Zeitung „South China Morning Post“ vorläufig auf Kaution entlassen worden. Viele von ihnen wurden zudem mit einer nächtlichen Ausgangssperre belegt. Einer der angeklagten Demonstranten erschien nicht zu dem Gerichtstermin.

Den Demonstranten wurde vorgeworfen, randaliert und sich an einem „Aufruhr“ beteiligt zu haben. Die 44 Personen, die am Mittwoch vor Gericht erscheinen sollten, gehören zu einer Gruppe von 49 Gleichgesinnten, die am Sonntag nach Ausschreitungen bei einem ungenehmigten Massenprotest festgenommen wurden. Die Polizei schloss nicht aus, dass noch weitere Anklagen folgen.

In der Finanzmetropole gibt es seit Wochen immer wieder Protestmärsche mit Hunderttausenden Teilnehmern. Auslöser war ein umstrittener Gesetzentwurf zur Auslieferung mutmaßlicher Krimineller an China. Hongkongs Regierungschefin Carrie Lam hat das Gesetz mittlerweile zwar für „tot“ erklärt, allerdings ging sie nicht auf die Forderung der Demonstranten ein, den Gesetzentwurf formell zurückzuziehen. Die Proteste richten sich außerdem gegen die Polizei, der vorgeworfen wird, bei den Demonstrationen in diesem Sommer zu hart vorgegangen zu sein.

Die frühere britische Kronkolonie Hongkong wird seit der Rückgabe 1997 an China nach dem Grundsatz „ein Land, zwei Systeme“ als eigenes Territorium autonom regiert. Anders als die Menschen in der Volksrepublik genießen die Hongkonger das Recht auf freie Meinungsäußerung sowie Presse- und Versammlungsfreiheit. Immer mehr Hongkonger befürchten aber, dass die Führung in Peking ihre Rechte beschneiden will.




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