Letztes Update am Mi, 31.07.2019 22:37

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Thiem besiegte Ofner und steht im Kitzbühel-Viertelfinale



Dominic Thiem steht erstmals nach 2015 wieder im Viertelfinale des Generali Open in Kitzbühel. Der topgesetzte Weltranglisten-Vierte gewann am Mittwoch vor 5.600 Fans das Österreicher-Duell mit dem Steirer Sebastian Ofner klar mit 6:3,6:2 und hat damit eine dritte Kitz-Auftakt-Niederlage en suite nach 2016 und 2018 (2017 nicht angetreten) verhindert. Thiem trifft nun auf den Spanier Pablo Andujar.

Im Kampf um sein drittes Halbfinale in der Gamsstadt nach 2014 (Finale) und 2015 bekommt er es zum dritten Mal mit Andujar zu tun, Thiem hat eine 2:0-Siegesbilanz stehen. Andujar besiegte kurz zuvor den zweifachen deutschen Kitz-Sieger Philipp Kohlschreiber 6:4,6:4. Das Match ist am Donnerstag als 3. Match nach 13.00 Uhr angesetzt.

„Auf keinen Fall“, sei es ein normales Match für ihn gewesen. „Ich habe echt komplette Gänsehaut gehabt. Erste Runde da im Turnier vor komplett vollem Haus zu spielen, ist einmal etwas ganz Spezielles, und die Situation war unüblich, gegen Ofi, den ich sehr gut kenne und mit dem ich in letzter Zeit ziemlich oft trainiert habe“, sagte Thiem.

Thiem gab auch zu, dass er „schon sehr nervös“ vor Beginn gewesen ist. „Viel zu gewinnen habe ich sicher nicht gehabt in der Partie, aber das Level war ganz gut. Ich war vom Anfang bis zum Ende voll fokussiert, deshalb war ich zufrieden. Ich bin sehr froh, dass ich hier wieder einmal ein Match gewonnen habe.“

Er wolle es so oft wie möglich genießen, dass ein volles Haus fast zu 100 Prozent hinter ihm steht. „Das hat 2016 und letztes Jahr nicht geklappt.“

Bei aus Thiem-Sicht „perfektem Tennis-Wetter“ entwickelte sich ein sehenswerter Schlagabtausch, bei dem Ofner in teils langen Grundlinienduellen vom Tempo her ausgezeichnet mithalten konnte. Thiem ging zunächst mit einem Break 2:1 in Front, musste aber gleich den Aufschlag abgeben. Als er Ofner zum 3:2 aber wieder das Service abnahm, stellte er langsam die Weichen zum Sieg.

Ofner spiele gerne auf beiden Seiten aus einer bestimmten Höhen, daher wechselte Thiem die Schnittarten, spielte immer wieder auch den Slice von der Rückhand und variierte das Tempo. Nach einem weiteren Break zum 6:3 und einem zum 3:1 im zweiten Durchgang war der Zwei-Satz-Sieg dann recht flott in der Tasche.

Die fokussierte Vorbereitung mit weniger Side-Events hat sich für Thiem zumindest einmal gelohnt. Ein Tennis-Fußball-Event am Matchtag vor einem Jahr mit u.a. Marko Arnautovic wird es nicht mehr geben. „Ich habe die Dinge gemacht, die erledigt gehören. Letztes Jahr das war ziemlich unprofessionell, vor dem Match so etwas zu machen. Das ist auch ein Energiesauger.“

Im Kampf um sein drittes Halbfinale in der Gamsstadt nach 2014 (Finale) und 2015 bekommt er es zum dritten Mal mit Andujar zu tun, Thiem hat eine 2:0-Siegesbilanz stehen. Andujar besiegte kurz zuvor den zweifachen deutschen Kitz-Sieger Philipp Kohlschreiber 6:4,6:4. Das Match ist am Donnerstag als 3. Match nach 13.00 Uhr (live ServusTV) angesetzt.

„Ich habe schon zweimal gegen ihn gespielt, allerdings noch nie in der Höhenlage“, erinnerte sich Thiem an zwei Begegnungen in Rio de Janeiro (2016: 6:3,6:4, 2018: 4:2 Aufgabe Andujar). „Er hat in Gstaad schon einmal gewonnen. Ich freue mich, morgen habe ich das Publikum voll auf meiner Seite.“

Für Sebastian Ofner überwog die „mega“ Erfahrung, vor vollem Haus in Kitzbühel gegen einen Top-4-Mann zu spielen. „Fürs erste Mal in meiner Karriere, dass ich gegen so einen Topspieler spiele, war es eine wirklich gute Partie von mir. Es hätte theoretisch auch enger sein können, aber ich bin mit meiner Leistung zufrieden.“

Im Gegensatz zu Thiem war Ofner locker auf den Platz gegangen. „Ich war gar nicht nervös. Ich habe nichts zu verlieren und kann nur gewinnen.“ Ofner gab auch an, in letzter Zeit vom Training mit Thiem profitiert zu haben. „Es ist definitiv das Ziel fürs nächste Jahr, in die Top 100 zu kommen.“ Seine nächsten Einsätze sind kommende Woche der Challenger in Augsburg, danach geht es zur US-Open-Qualifikation.

Sein Hauptcoach ist Wolfgang Thiem, doch der ein bisserl zerrissene Thiem-Papa setzte sich diesmal zwischen die beiden Spielerboxen. Aus der Ofner-Ecke war dem Steirer sein neuer Touring-Coach Alexander Peya eine Stütze, in der Thiem-Box war freilich ohnehin Nicolas Massu hauptverantwortlich.

Zuvor war für Dennis Novak nach verheißungsvollem Start im Achtelfinale dann doch das Aus gekommen. Österreichs zweitbester Tennisspieler gewann Satz eins gegen den als Nummer vier gesetzten Pablo Cuevas (URU) mit 7:6(1), geriet dann aber völlig außer Tritt und verlor die restlichen beiden Sätze 0:6,2:6.

Damit ist Novak auch in seinem dritten Kitzbühel-Achtelfinale nach 2015 und 2018 bzw. seinem fünften Achtelfinale auf der Tour gescheitert. Am Viertelfinaltag ist also nur noch ein Österreicher dabei, wer dies sein wird, entschied sich am Mittwochabend zwischen Topstar Dominic Thiem im bereits dritten rein-österreichischen Duell dieses Turniers gegen Sebastian Ofner.

„Ich finde, der erste Satz war echt gut von beiden. Ich habe im ersten Satz viele erste (Aufschläge) im Feld gehabt, viele freie Punkte“, resümierte der 25-jährige Novak. Zu Beginn des zweiten Durchgangs seien dann ein paar knappe Bälle dabei gewesen sowie ein schlimmer Volleyfehler zum 15:40. „Und dann läuft der Satz ein bisserl weg, und er hat sich auch gesteigert.“

Dabei hatte sich Novak trotz einer 75-minütigen Regenunterbrechung sowie einer weiteren kurzen Regenpause im ersten Satz von den äußeren Bedingungen unbeeindruckt gezeigt. Doch dann riss der Faden, Novak verlor bis zum 0:2 im dritten Satz acht Games en suite. „Natürlich hätte ich es mir anders vorgestellt. Es ist dann ein bisserl in die falsche Richtung gelaufen. Der zweite und dritte Satz sind natürlich enttäuschend“, sagte der Weltranglisten-119.

Novaks Plan in nächster Zeit: An den kommenden beiden Wochenenden spielt er in der deutschen Bundesliga, ehe es Mitte August zur Qualifikation für die US Open nach New York geht. Seine Zielsetzung ist lapidar: „Gesund bleiben, gut weiterspielen, und dann schauen wir, was rauskommt.“

Sein Coach Wolfgang Thiem, der Novak in dieser Saison eine Stabilisierung attestierte, hofft, dass Novak auch Rückschläge im Match besser wegsteckt: „Fehlen tut ihm eigentlich, dass er bei so einer Partie wie heute, wenn auch der zweite Satz verloren geht, dass er im dritten wieder reinfindet.“

Trotz den ersten Regenunterbrechungen in der Turnierwoche gab es für die Veranstalter Grund zur Freude: Erstmals in der „neuen Ära“ sind sämtliche 5.600 Tickets für den Center Court von Mittwoch bis zum Finaltag am Samstag ausverkauft. Auch auf den Nebenplätzen kann man nur mit einem Center-Court-Ticket zusehen.




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