Letztes Update am Do, 01.08.2019 11:53

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Mindestens 35 Tote bei Anschlag auf Militärlager im Jemen



Bei einem Anschlag auf ein Militärlager im Jemen, den die schiitischen Houthi-Rebellen für sich beansprucht haben, sind mindestens 35 Soldaten und Sicherheitsleute getötet worden. 19 weitere seien verletzt worden, erfuhr die dpa am Donnerstag aus Sicherheitskreisen. Der Anschlag ereignete sich demnach in dem Camp in der jemenitischen Hafenstadt Aden, während dort eine Militärparade stattfand.

Unter den Opfern sei auch Brigadier Munir al-Jafi, Kommandant des sogenannten Security Belt. Diese paramilitärische Truppe wird von den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) ausgebildet, die zu den wichtigsten Verbündeten Saudi-Arabiens im Kampf gegen die Houthi-Rebellen im Jemen zählen. Die Houthis werden vom Iran unterstützt, dem Erzfeind Saudi-Arabiens in der Region. Auch einige von Al-Jafis Sicherheitsleuten seien getötet worden, hieß es.

Die Houthis beanspruchten den Angriff für sich. Über ihren TV-Sender Al Masirah erklärten sie, eine bewaffnete Drohne eingesetzt und eine Mittelstreckenrakete auf die Parade abgefeuert zu haben.

Parallel kam es am Donnerstag zu einem zweiten Anschlag in Aden. Nahe einer Polizeistation explodierte Sicherheitskreisen zufolge eine Autobombe, die drei Menschen tötete und 20 weitere verletzte. Zunächst bekannte sich niemand zu diesem Anschlag.

Aden wurde vorübergehend Hauptstadt des Jemen, nachdem die Houthis Sanaa Ende 2014 überrannt hatten. Der jahrelange Machtkampf mit der Regierung verschärfte sich im März 2015, als die schiitischen Rebellen in Richtung Aden vorrückten. Dies veranlasste das sunnitische Saudi-Arabien, gemeinsam mit Verbündeten in den Krieg einzugreifen. Die Houthis haben große Teile des Nordjemens und die Hauptstadt Sanaa unter ihrer Kontrolle.

Die Houthis setzen zunehmend auch größere Drohnen ein und greifen damit auch Ziele im Nachbarland Saudi-Arabien an. Im Mai hatten sie einen Drohnenangriff auf zwei Ölpumpstationen in Saudi-Arabien für sich beansprucht. Im Jänner hatten sie mit Drohnen eine Militärparade der jemenitischen Regierung angegriffen und Berichten zufolge sechs Menschen getötet, darunter einen hochrangigen Offizier.

Im Jemen herrscht seit 2015 Krieg zwischen den von Saudi-Arabien und anderen arabischen Staaten unterstützten Truppen von Präsident Abd Rabbo Mansour Hadi und den schiitischen Houthi-Rebellen, hinter denen der Iran steht. Nach UN-Angaben wurden in dem Konflikt bereits mehr als 10.000 Menschen getötet, unter ihnen tausende Zivilisten. 3,3 Millionen Menschen wurden in die Flucht getrieben.




Kommentieren