Letztes Update am Do, 01.08.2019 13:09

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Ermittlungsverfahren nach Schüssen von Politiker anhängig



Bei der Staatsanwaltschaft Salzburg ist ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der Gefährdung der körperlichen Sicherheit gegen jenen Salzburger Gemeindepolitiker anhängig, der am 12. Juli 2019 vom Balkon seiner Wohnung im Flachgau mehrere Schüsse abgefeuert hat. Verletzt wurde niemand. Der ehemalige FPÖ-Politiker wurde nach dem Vorfall von der Partei ausgeschlossen.

„Zur endgültigen rechtlichen Beurteilung warten wir noch auf den abschließenden Bericht der Kriminalpolizei“, sagte am Donnerstag der Sprecher der Staatsanwaltschaft Salzburg, Marcus Neher, auf Anfrage der APA. Es muss also noch geprüft werden, ob ein strafrechtlicher Tatbestand erfüllt worden ist oder nicht.

Der 57-jährige Kommunalpolitiker soll im betrunkenen Zustand 29 Schüsse auf die imaginären Gesichter von Bundespräsident Alexander Van der Bellen und Ex-Bundeskanzler Sebastian Kurz abgegeben haben. Angeblich soll er aus Wut über die Absetzung von Innenminister Herbert Kickl und eines Pfarrers geschossen haben. Der Vorfall löste einen Polizeieinsatz mit Unterstützung der Cobra aus.

Der Mann wurde zunächst festgenommen, aber noch am selben Tag auf freien Fuß gesetzt. Schließlich wurde er von einem Amtsarzt in eine Klinik eingewiesen, die er laut seinem Anwalt Michael Hofer Ende der Vorwoche verlassen hat.

Ob der Salzburger strafrechtlich belangt wird, ist noch nicht geklärt. Nun müsse man den abschließenden Polizeibericht abwarten und prüfen, was die Beweisaufnahme ergeben hat, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft.

Gegen den Kommunalpolitiker, der eine Waffenbesitzkarte besaß, ist nach der Tat ein vorläufiges Waffenverbot ausgesprochen worden. Seine Waffen - ein Revolver, ein Gewehr und eine Schreckschusspistole - wurden samt Munition von der Polizei sichergestellt.




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