Letztes Update am Do, 01.08.2019 15:20

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Mindestens 60 Tote bei Anschlägen im Jemen



Bei Anschlägen auf ein Militärlager und eine Polizeistation im Jemen sind mindestens 60 Menschen getötet und Dutzende weitere verletzt worden. Das teilte Menschenrechtsminister Mohammed Askar auf Twitter mit. Die schiitischen Houthi-Rebellen beanspruchten den Angriff auf das Camp in der Hafenstadt Aden für sich, der sich während einer Militärparade ereignete.

Unter den Opfern des Anschlags auf das Militärlager sei auch Brigadier Munir al-Jafi, Kommandant des sogenannten Security Belt. Diese paramilitärische Truppe wird von den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) ausgebildet, die zu den wichtigsten Verbündeten Saudi-Arabiens im Kampf gegen die Houthi-Rebellen im Jemen zählen. Die Houthis werden vom Iran unterstützt, dem Erzfeind Saudi-Arabiens in der Region. Auch einige von Al-Jafis Sicherheitsleuten seien getötet worden, hieß es.

Die Houthis beanspruchten den Angriff für sich. Über ihren TV-Sender Al Masirah erklärten sie, eine bewaffnete Drohne eingesetzt und eine Mittelstreckenrakete auf die Parade abgefeuert zu haben.

Parallel kam es am Donnerstag zu einem zweiten Anschlag in Aden. Nahe einer Polizeistation explodierte Sicherheitskreisen zufolge eine Autobombe. Zunächst bekannte sich niemand zu diesem Anschlag.

Aden wurde vorübergehend Hauptstadt des Jemen, nachdem die Houthis Sanaa Ende 2014 überrannt hatten. Der jahrelange Machtkampf mit der Regierung verschärfte sich im März 2015, als die schiitischen Rebellen in Richtung Aden vorrückten. Dies veranlasste das sunnitische Saudi-Arabien, gemeinsam mit Verbündeten in den Krieg einzugreifen. Die Houthis haben große Teile des Nordjemens und die Hauptstadt Sanaa unter ihrer Kontrolle.

Die Houthis setzen zunehmend auch größere Drohnen ein und greifen damit auch Ziele im Nachbarland Saudi-Arabien an. Im Mai hatten sie einen Drohnenangriff auf zwei Ölpumpstationen in Saudi-Arabien für sich beansprucht. Im Jänner hatten sie mit Drohnen eine Militärparade der jemenitischen Regierung angegriffen und Berichten zufolge sechs Menschen getötet, darunter einen hochrangigen Offizier.

Im Jemen herrscht seit 2015 Krieg zwischen den von Saudi-Arabien und anderen arabischen Staaten unterstützten Truppen von Präsident Abd Rabbo Mansour Hadi und den schiitischen Houthi-Rebellen, hinter denen der Iran steht. Nach UN-Angaben wurden in dem Konflikt bereits mehr als 10.000 Menschen getötet, unter ihnen tausende Zivilisten. 3,3 Millionen Menschen wurden in die Flucht getrieben.




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