Letztes Update am Do, 01.08.2019 17:32

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Müdes Duo Marach/Melzer in Kitzbühel schon out



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Für die Titelanwärter Oliver Marach und Jürgen Melzer ist am Donnerstag überraschend im Kitzbüheler Doppel-Viertelfinale das Aus gekommen. Das topgesetzte Österreicher-Gespann musste sich Frederik Nielsen/Tim Pütz (DEN/GER) mit 3:6,6:7(3) geschlagen geben. Nach dem Finale in Umag und dem Titel in Hamburg war beim ÖTV-Doppel etwas die Luft draußen. Am Freitag fliegen beide zur Nordamerika-Tournee.

„Wenn der Tank leer ist, kann man probieren, aber ich war halt ‚flat‘. Der erste Satz war nicht gut, unsere Returns sind einfach nicht gekommen. Wir haben heute unterirdisch retourniert“, erklärte Marach und Melzer ergänzte: „Das war heute sicherlich ein schwarzer Tag. Wir haben auch bei unseren Aufschlag-Spielen teilweise gewackelt, die haben auch viel besser retourniert.“

Auch wenn bei größeren Turnieren freilich weit mehr Punkte zu holen sind, beide hätten beim Generali Open in Kitzbühel schon gerne ihren ersten Titel geholt. „Sicherlich verliert man ungern zu Hause, wir wollten das Turnier schon gewinnen“, sagte Marach, der das vergangene Jahr an der Seite von Mate Pavic (CRO) als Nummer 1 der Doppel-Welt beendet hatte.

Nun geht es weiter zum Masters-1000-Turnier nach Montreal, dann stehen Cincinnati und die US Open auf dem Programm. „Das einzig Positive heute ist sicher das, dass wir halt morgen fliegen können und bis Montag Zeit haben, um uns dort zu akklimatisieren“, erklärte Melzer.

Beim Nordamerika-Trip wird übrigens der Deutsche Philipp Petzschner, einst Partner Melzers bei den Grand-Slam-Titeln in Wimbledon und bei den US Open, die Betreuung von Marach/Melzer übernehmen. Der nach Wimbledon verpflichtete Coach Thomas Strengberger wird die beiden dann wieder nach Asien begleiten, ein bereits gebuchter Sommer-Urlaub sollte nicht mehr abgesagt werden.

Ob sich auch Marach und Melzer vorstellen können, wie ihre alten Kumpane Julian Knowle und Alexander Peya derzeit, als Touring-Coach zu fungieren? „Das muss ich mir noch schwer überlegen“, meinte Marach lachend, „vielleicht ein paar Wochen im Jahr. Aber nur zu Hause sitzen wird auch nicht passen.“

Melzer möchte sich, so lange er spielt, nur darauf konzentrieren. „Dass ich danach gern was im Tennis machen würde, habe ich eh immer gesagt.“ Ob auch eine Funktion als ÖTV-Sportdirektor für ihn vorstellbar ist? „Dadurch, dass ich noch ein paar Jahre spiele, werden sie vorher hoffentlich einen finden.“ Grundsätzlich glaube er aber, dass er „auf dem Platz besser aufgehoben wäre, um das mitzugeben, was ich aus den letzten Jahren gelernt habe.“

Das Duo, das 2020 die Qualifikation für die Olympischen Spiele schaffen und auch für das Masters der besten acht Teams ein Thema sein will, denkt durchaus auch über das kommende Jahr hinaus. „Nächstes Jahr muss nicht das letzte sein. So lang der Körper sagt, es passt.. es ist ein Job, der Spaß macht“, sagte Melzer dazu. Marach sieht es ähnlich, „aber es muss sich finanziell auszahlen“.

Lorenzo Sonego setzte indes seinen Lauf in Kitzbühel fort. Der als Nummer 7 gesetzte Italiener, der in Runde eins acht Matchbälle gegen Federico Delbonis (ARG) und im Achtelfinale einen weiteren gegen Roberto Carballes Baena (ESP) abgewehrt hat, besiegte auch die Nummer 3 des Turniers, Fernando Verdasco (ESP), mit 6:4,6:4.

Sonego bekommt es nun am Freitag entweder mit Topstar Dominic Thiem oder dem Spanier Pablo Andujar zu tun. „Ich bin das erste Mal hier in Kitzbühel im Hauptbewerb. Ich mag die Bedingungen in der Höhenlage sehr. Und es hilft mir auch mit meinem Aufschlag“, freute sich Sonego.

Für eine Überraschung hatte zuvor Casper Ruud gesorgt. Der Norweger eliminierte den als Nummer 4 gesetzten Mitfavoriten Pablo Cuevas aus Uruguay mit 6:3,7:6(4) und steht damit in der Vorschlussrunde. In dieser trifft er am Freitag auf den Spanier Albert Ramos-Vinolas.

Ruud hat dieses Jahr in Houston bereits das Endspiel erreicht und war damit als erst zweiter Norweger in einem Finale auf der ATP-Tour vertreten. Zuvor war das 1995 ausgerechnet seinem Vater Christian Ruud in Baastad gelungen. Einen norwegischen Titel hat es bisher noch nicht gegeben. Sein Vater coacht ihn übrigens auch, er war auch schon in Kitzbühel, ist aber schon abgereist.

„Ich spiele jetzt in dieser Saison konstanter als zuvor. Ich war früher manchmal zu frustriert, wenn es mir nicht so gelaufen ist“, begründet Ruud seinen Aufschwung, der ihn vorerst auf Platz 65 gebracht hat. Mit einem weiteren Sieg könnte er die Top 50 knacken. „Ich spiele gern in Höhenlage. Ich habe in Madrid zwar im Quali-Finale verloren, aber habe mich sehr gut gefühlt.“ Dort hatte er gegen seinen nächsten Gegner in drei Sets verloren.

Durch seinen Erfolg kann Ruud nun nicht wie geplant die Qualifikation für das Masters-1000-Turnier in Montreal spielen. Stattdessen spielt er nun um sein zweites Endspiel auf der Tour.

Cuevas ist nach Dusan Lajovic (SRB-2), Marton Fucsovics (HUN-5), Leonardo Mayer (ARG-6) und Pablo Carreno Busta (ESP-8) bereits der fünfte Gesetzte, der ausgeschieden ist.

Ramos-Vinolas hatte bereits zuvor mit einem 6:3,6:4-Erfolg über den Franzosen Jeremy Chardy überzeugt. Der 31-jährige Spanier fühlt sich in Höhenlage offenbar ebenfalls ausgezeichnet, hatte er doch vergangenen Sonntag den Titel in Gstaad geholt. Gegen Ruud hat Ramos-Vinolas bisher insgesamt dreimal (zweimal auf der ATP-Tour) gespielt und alle drei Partien gewonnen.




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