Letztes Update am Fr, 02.08.2019 13:46

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Italien fordert von Malta Einsatz für „Alan-Kurdi“-Migranten



Italien hat Malta aufgerufen, sich für die 40 Migranten an Bord des Schiffes „Alan Kurdi“ der deutschen NGO „Sea Eye“ einzuschalten. Die italienische Küstenwache berichtete, dass sich das Schiff in maltesischen Gewässern befinde und rief die Behörden der Insel auf, ärztliche Hilfe zu garantieren.

„Die italienische Seenotleitung verweist die ‚Alan Kurdi‘ an maltesische Behörden, obwohl das Schiff vor Lampedusa liegt. Malta ist mehr als 20 Stunden entfernt. Ein unerträglicher Streit wird auf dem Rücken von Flüchtenden ausgetragen“, protestierte die NGO per Twitter.

In der Zwischenzeit wird ein vierjähriges Kind von der „Alan Kurdi“ nach Malta gebracht. „Das sind die Menschen vor denen das Italien von Innenminister Matteo Salvini beschützt werden muss“, schrieb Sea-Eye-Sprecher Gorden Isler auf Twitter und postete ein Foto des Buben. Das Kind heiße Djokovic nach dem serbischen Tennis-Weltranglisten-Ersten Novak Djokovic. „In Libyen erlitt Djokovic eine Schusswunde. Dorthin sollten wir ihn zurückbringen? Wir bringen ihn jetzt nach Malta“, so Isler.

Derzeit wartet das Schiff „Alan Kurdi“ vor Lampedusa auf eine Erlaubnis zum Anlegen. Dies hatte jedoch der rechtspopulistische italienische Innenminister Matteo Salvini verboten. Eine rasche Lösung zeichnet sich nicht ab. Salvini unterzeichnete auch ein Anlegeverbot für das Schiff der spanische Organisation Proactiva Open Arms. An Bord befinden sich 123 Personen, darunter auch Zwillinge im Alter von neun Monaten.




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