Letztes Update am Fr, 02.08.2019 18:20

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Schweres Erdbeben in Indonesien sorgte für Tsunamiwarnung



Nach einem schweren Erdbeben auf der indonesischen Insel Java haben die Behörden zwischenzeitlich eine Tsunami-Warnung herausgegeben. Der indonesische Katastrophenschutz warnte am Freitag vor bis zu drei Meter hohen Wellen, nach drei Stunden wurde die Warnung aber aufgehoben.

Das Beben an der Südküste von Java hatte nach Angaben der US-Bebenwarte USGS eine Stärke von 6,9, sein Zentrum lag demnach in fast 53 Kilometern Tiefe rund 150 Kilometer von Labuan entfernt. Der indonesische Katastrophenschutz gab die Stärke des Bebens mit 7,4 an.

Auf Bildern aus den betroffenen Regionen war zu erkennen, dass das Beben Risse in Gebäuden verursachte. Außerdem stürzten Ziegel und andere Trümmerteile auf die Straßen.

Java mit der indonesischen Hauptstadt Jakarta ist das wirtschaftliche Zentrum des Landes, mehr als die Hälfte der Bevölkerung lebt hier. In Jakarta brachten die Erdstöße mehrere Gebäude zum Schwanken, Menschen rannten in Panik auf die Straße. „Der Leuchter in meiner Wohnung wackelte und ich lief vom 19. Stock hinunter“, sagte die 50-jährige Elisa. „Alle anderen rannten auch. Es war eine wirklich starke Erschütterung und ich hatte große Angst.“

In Indonesien ereignen sich immer wieder Erdbeben. Der weitläufige asiatische Inselstaat liegt auf dem sogenannten Pazifischen Feuerring. Dort stoßen tektonische Platten aufeinander, so dass es hier besonders oft Erdbeben und Vulkanausbrüche gibt. Vergangenen Monat starben bei einem Beben auf den entlegenen Molukken-Inseln fünf Menschen.

Bei einem Beben der Stärke 7,5 und einem Tsunami waren im September vergangenen Jahres auf der indonesischen Insel Sulawesi mehr als 2200 Menschen ums Leben gekommen. Noch viel verheerender war ein Beben der Stärke 9,1 mit anschließendem Tsunami an Weihnachten 2004: Damals starben in mehreren Ländern am Indischen Ozean etwa 220.000 Menschen, davon 170.000 in Indonesien.




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