Letztes Update am Sa, 03.08.2019 11:31

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Neue Runde der Friedensgespräche zwischen USA und Taliban



Eine neue Runde der Friedensgespräche zwischen den USA und den radikal-islamischen Taliban in Afghanistan soll nach Angaben von Insidern noch an diesem Samstag in Doha beginnen. Am Schluss dieser achten Gesprächsrunde in der Hauptstadt des Golf-Emirates Katar könne eine Friedensvereinbarung stehen, sagten mit den Verhandlungen vertraute Personen.

Dann könnten ausländische Truppen aus Afghanistan abziehen, wo seit 18 Jahren Krieg herrscht. Zwei Insider sagten, eine Vereinbarung über einen Abzug ausländischer Truppen im Gegenzug für Sicherheitsgarantien der Taliban sei bis zum 13. August zu erwarten.

In Doha verhandeln Vertreter der USA und der Taliban seit Ende vergangenen Jahres über eine friedliche Lösung des Konfliktes. Am Freitagabend kam Zalmay Khalilzad, der US-Sondergesandte für Afghanistan, in Doha an. Die Gespräche würden fortgesetzt, schrieb er auf Twitter. „Wir streben eine Friedensvereinbarung an, nicht eine Abzugsvereinbarung.“ Es müsse eine Friedensvereinbarung sein, die einen Abzug ermögliche.

Die USA fordern, Afghanistan dürfe nicht wieder zum Unterschlupf für Extremisten werden, die weltweit Anschläge verübten. Die Taliban verlangen den Abzug der US-Truppen und anderer ausländischer Streitkräfte und machen diesen zur Bedingung für innerafghanische Friedensgespräche. Mit dem afghanischen Präsidenten Ashraf Ghani wollen die Extremisten nicht direkt verhandeln, weil sie ihn als Marionette der USA betrachten.

In Afghanistan halten sich im Rahmen des von den USA geführten NATO-Einsatzes rund 20.000 ausländische Soldaten auf, die meisten von ihnen kommen aus den USA. US-Präsident Donald Trump dringt auf ein Ende des Einsatzes der US-Armee in Afghanistan. Dort nährt das Sorgen, das Land und die vom Westen unterstützte Regierung könnten im Konflikt mit den Taliban allein gelassen zu werden.

Unterdessen führte die Eskalation des Afghanistankonflikts im Juli zu einem starken Anstieg der Zahl der zivilen Opfer geführt. Vorläufigen Ergebnissen zufolge wurden mehr als 1500 Zivilisten verwundet oder getötet. Dies sei die höchste Zahl binnen eines Monats seit Jahresbeginn und auch seit Mai 2017, teilte die UN-Mission in Afghanistan (Unama) am Samstag mit. Der Anstieg sei vor allem regierungsfeindlichen Kräften zuzurechnen. Die Taliban hätten erheblich mehr militärische Ziele in städtischen Gebieten angegriffen.

„Mit der Intensivierung der Friedensbemühungen in den vergangenen Wochen hat auch der Konflikt vor Ort zugenommen“, erklärte der UN-Sondergesandte für Afghanistan, Tadamichi Yamamoto, den Angaben zufolge. Er forderte die Konfliktparteien auf, die militärische Eskalation zur Verbesserung der Verhandlungsposition in den Friedensgesprächen zu unterlassen. Eine Eskalation des Konflikts führe nur zu mehr zivilen Opfer, sagte Yamamoto. Nun sei es aber an der Zeit, Zurückhaltung und echten Respekt für das Leben der Zivilbevölkerung zu zeigen.




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