Letztes Update am Sa, 03.08.2019 16:11

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Philipp Oswald erstmals Doppel-Champion in Kitzbühel



Bei großartiger Kulisse und prall gefülltem Stadion in Kitzbühel hat Philipp Oswald am Samstag als erster Österreicher seit Julian Knowle 2012 das Doppel-Finale beim Generali Open in Kitzbühel gewonnen. An der Seite seines slowakischen Partners Filip Polasek besiegte der 33-jährige Vorarlberger die Belgier Sander Gille/Joran Vliegen nach 69 Minuten mit 6:4,6:4.

Für Oswald war es sein insgesamt zehnter ATP-Doppel-Titel, für Polasek war es der zwölfte. „Im Prinzip“ sei es der schönste Tennis-Tag seines Lebens gewesen, freute sich Philipp „Ossi“ Oswald. „Ich fand der Davis Cup damals in Moskau war auch richtig geil, das war genauso emotional mit der ganzen Mannschaft. Vor heimischem Publikum war das die beste Kulisse, wo ich gewinnen habe dürfen bis jetzt in meiner Karriere“, freute sich der 33-jährige Vorarlberger.

„Es war immer schon ein Kindheitstraum von mir“, sagte Oswald, der 1999 als 13-Jähriger erstmals in dieses Turnier „reingeschnuppert“ hat. „Seither war ich verliebt in Kitzbühel.“

Es war die Wiederholung des Gstaad-Finales vom vergangenen Sonntag, das die Belgier 6:4,6:3 für sich entschieden hatten. Oswald/Polasek gelang in Tirol nach Breaks zum 4:3 im ersten bzw. 5:4 im zweiten Satz die Revanche. Für Oswald war es überhaupt das dritte Endspiel en suite, denn vor zwei Wochen entschied er noch an der Seite des Niederländers Robin Haase das Turnier in Umag für sich.

„Ich glaube, das schon das Beste noch vor mir liegt. Ich habe noch große Ziele: Ich möchte im Grand Slam noch weit kommen. Ich möchte bei Olympia dabeisein und mit dem Davis-Cup-Team etwas erreichen“, hat Oswald noch viel vor. Mit 33 gehört er in der Doppel-Szene ja keineswegs zum alten Eisen. „Die Zeit ist auf meiner Seite, ich habe noch Jahre vor mir. Meine Frau steht jetzt auch hinter mir“, meinte er grinsend.

Der stets humorige Dornbirner ist mit Notariats-Substitutin Linda verheiratet und das Paar erwartet im November sein erstes Kind. Ob es ein Bub oder Mädchen wird, konnte er noch nicht verraten. „Wir haben morgen eine ‚gender reveal party‘ und da wird das Geheimnis gelüftet. Drum wollte ich eigentlich den (Sieger-) Champus gar nicht aufmachen, den wollte ich für die Party mitnehmen“, scherzte er.

Mit 27 hatte er sich entschieden, die Einzel-Karriere zugunsten des Doppels aufs Eis zu legen und seither hat er nicht mehr zurückgeblickt. Sowohl Julian Knowle als auch Alexander Peya haben ihm eher zugeredet, sich schon früher zu spezialisieren. „Ich habe es bis jetzt noch nicht bereut.“

Oswald macht nun eine Woche Pause, dann geht es zum Training auf Hartplatz. Eine Pause, die er braucht. Nach Umag (Titel) fuhr er mit dem Auto nach Gstaad (Finale) und dann direkt in der Nacht wieder mit dem Wagen nach Kitzbühel.

Sein Partner Filip Polasek, der sich vor einigen Wochen für Haupt-Partner Ivan Dodig entschieden hatte, fliegt hingegen schon am Sonntag nach Montreal zum Masters-1000-Turnier.




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