Letztes Update am So, 04.08.2019 01:23

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Zahlreiche Tote bei Schießerei in Texas befürchtet



Bei Schüssen in einem größeren Ladenkomplex im texanischen El Paso hat es nach Polizeiangaben mehrere Tote gegeben. Der Generalstaatsanwalt des Bundesstaates ging davon aus, dass bei der Tat am Samstag mindestens 14 Menschen getötet wurden. Ein Verdächtiger wurde festgenommen. Bei ihm handle es sich um einen Weißen, sagte Polizeisprecher Robert Gomez.

„Wir glauben, dass er der einzige Schütze ist, aber das könnte sich ändern“, sagte Gomez. Demnach ist der Verdächtige zwischen 20 und 30 Jahre alt. Genaue Angaben zur Zahl der Toten und Verletzten machte Gomez nicht. Er sagte, mindestens ein Mensch sei getötet worden. Ein anderer Polizeisprecher sprach zuvor von „mehreren“ Getöteten.

Generalstaatsanwalt Ken Paxton sagte dem Sender CBS News, die Zahl der Toten liege „wahrscheinlich“ zwischen 15 und 20. Er unterstrich aber, dass die Angaben sich ändern könnten. Die Polizei rief die Menschen in der Stadt dazu auf, Blut zu spenden. El Paso liegt unmittelbar an der Grenze zu Mexiko und hat rund 680.000 Einwohner.

Die Hintergründe der Tat blieben zunächst unklar. Man ermittle noch zu dem Motiv, sagte Polizeisprecher Gomez. Der Schütze habe bei der Tat ein Gewehr benutzt. Er sei „ohne Zwischenfall“ festgenommen worden, sagte der Sprecher. Der Vize-Gouverneur von Texas, Dan Patrick, sagte dem Sender Fox News, der Verdächtige sei 21 Jahre alt.

US-Präsident Donald Trump schrieb auf Twitter, Berichte über die Tat seien sehr schlimm. Es seien viele Menschen getötet worden. Seine Regierung arbeite mit den Einsatzkräften der Stadt und des Bundesstaates zusammen. „Gott sei mit Euch allen!“, fügte er hinzu.

Die ersten Notrufe gingen nach Angaben der Polizei gegen 10.00 Uhr Ortszeit (18.00 Uhr MESZ) ein. Die Einsatzkräfte wurden demnach zunächst zu einem Walmart gerufen, später auch zu anderen Orten in einem angrenzenden Einkaufszentrum. Die Polizei rief die Bevölkerung auf Twitter umgehend dazu auf, sich von dem Einkaufszentrum fernzuhalten. Auf Aufnahmen waren zahlreiche Polizisten und Rettungswagen zu sehen. Die Lage war lange Zeit sehr unübersichtlich. Es gab zunächst auch Berichte über mehrere Schützen.

Polizeisprecher Gomez sagte, die meisten Opfer seien in dem Walmart von Schüssen getroffen worden. Der Supermarkt sei zum Zeitpunkt der Tat ausgelastet gewesen. Er schätzte, dass sich dort zwischen 1.000 und 3.000 Menschen aufhielten. Der Konzern zeigte sich schockiert über die Geschehnisse. Man bete für die Opfer, hieß es in einer Twitternachricht von Walmart.

Trump wurde nach Angaben des Weißen Hauses über die Lage vor Ort unterrichtet. Er habe mit Justizminister William Barr und dem texanischen Gouverneur Greg Abbott gesprochen, erklärte der stellvertretende Sprecher Steven Groves.

Abbott sprach von einer „abscheulichen und sinnlosen“ Gewalttat. Er erklärte, der Bundesstaat habe Unterstützung für die Einsatzkräfte geschickt. Beto O‘Rourke, demokratischer Bewerber für die Präsidentschaftskandidatur aus El Paso, schrieb bei Twitter, „Bleibt in Sicherheit, El Paso“.

In den USA kommt es immer wieder vor, dass in Einkaufszentren oder an anderen öffentlichen Orten Menschen durch Schüsse getötet werden. Bemühungen für schärfere Waffengesetze laufen seit Jahren ins Leere, weil die Republikaner dagegen sind.

Erst am Dienstag waren zwei Menschen im Bundesstaat Mississippi in einem Walmart durch Schüsse getötet worden. Am Wochenende hatte ein 19-Jähriger während eines Festivals in der Kleinstadt Gilroy in Nordkalifornien das Feuer eröffnet und drei Menschen getötet. Der Schütze wurde von Polizisten am Tatort erschossen.




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