Letztes Update am So, 04.08.2019 07:02

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Austria-Coach Ilzer: „Brauchen schleunigst eine Änderung“



Während der LASK mit dem 3:0 bei der Wiener Austria am Samstag quasi nahtlos an die vergangene Erfolgssaison angeknüpft hat, stolpern die „Veilchen“ ins neue Spieljahr der Fußball-Bundesliga. Zwei Niederlagen in zwei Spielen, 1:6 Tore - der Anfangseuphorie ist Ernüchterung gewichen. „Fakt ist, dass wir schleunigst eine Änderung brauchen“, sagte Neo-Coach Christian Ilzer.

Im ersten Heimspiel unter dem ehemaligen WAC-Trainer war die Austria zwar nicht klar unterlegen, vermochte aber zu selten gefährlich zu werden und ging dem LASK zudem in die „Standard-Falle“: Die ersten beiden Gegentreffer durch Ex-Austrianer Christian Ramsebner (43.) und Gernot Trauner (86.) fielen nach Eckbällen. Dementsprechend groß war auch der violette Ärger. „Im Endeffekt haben wir zwei blöde Fehler gemacht und schlecht verteidigt“, erklärte Routinier Michael Madl. „So wird es schwer, ein Spiel zu gewinnen.“

Eigentlich, befand Madl, habe man sich „über weite Strecken des Spiels neutralisiert“, die klare Niederlage sei also höchst unnötig. Ähnlich sah es Kapitän Alexander Grünwald. „Bis zum 0:1 hat man schon gesehen, dass die Mannschaft will, gegen den Ball sehr gut gearbeitet hat. Es war bis dahin ein ausgeglichenes Spiel.“ Sein Fazit: „Heute haben wir mit zwei Standardtoren das Spiel hergeschenkt.“

Das Pfeifkonzert beim Abgang war kein schönes für die Hausherren. „Das fühlt sich beschissen an, und wir haben unseren Teil dazu beigetragen“, erklärte Grünwald. Vor den Spielen gegen Apollon Limassol (Donnerstag in Wien) und in St. Pölten (Sonntag) ist für den 30-Jährigen klar: „Wir brauchen jetzt einfach Ergebnisse.“

Ob das wiederum so „einfach“ gelingt, bleibt abzuwarten. „Es gibt viele, viele Dinge, über die ich mir und die Mannschaft sich intensiv Gedanken macht“, meinte Ilzer. Eines davon sei durchaus grundlegend zu verstehen. „Wir müssen uns überlegen, ob die Ausrichtung die richtige ist. Wie wir die Qualitäten und wo wir sie auf den Platz bringen.“ Dass man sich zwei Treffer aus Standards einfing, gehöre quasi in die Kategorie kosmische Ungerechtigkeit: „Wir haben das sehr, sehr viel trainiert und bekommen jetzt drei Tore in den ersten zwei Spielen aus Eckbällen.“

Das Resümee seiner erst kurzen Amtszeit nimmt sich vorerst bescheiden aus, nur ein Sieg im Cup steht auf der Liste. „Leider ist uns die erhoffte Steigerung nicht gelungen. Wir sind sehr, sehr enttäuscht“, erklärte Ilzer. „Wir wollten dem LASK mehr Spielanteile geben, kompakt stehen, um ihnen die Umschaltmomente nicht zu geben. Wir haben es aber nur teilweise so gemacht, waren in der ersten Linie wieder zu inaktiv und haben die Kontersituationen nicht so gut ausgespielt. In Summe war es wieder eine Leistung zu wenig, um so einen starken LASK zu schlagen.“

Wird der Europa-League-Auftritt für die Austria am Donnerstag also auch zur mentalen Kraftprobe mit sich selbst, verpasste sich der LASK für das mittwöchige Champions-League-Quali-Spiel beim FC Basel eine Mutinjektion. „ Die Mannschaft hat absolut umgesetzt, was wir machen wollten. Eine reife Leistung“, lobte Trainer Valerien Ismael. „In der ersten Hälfte haben wir guten Ballbesitzfußball gezeigt, das Spiel verlagert, versucht, über die Seiten zu kommen und die Austria unter Druck zu setzen. In der zweiten Hälfte war es ein zerfahrenes Spiel, wir haben die Tore zur richtigen Zeit erzielt. Jetzt kommt ein Highlight, das Selbstvertrauen hilft uns.“

Für Ismael selbst läuft es zum Auftakt seiner jüngsten Trainerstation rund. Dritter Sieg im dritten Pflichtspiel, in der Liga noch ohne Gegentreffer - und am nächsten Sonntag wartet die Auswärtspartie beim punktelosen Schlusslicht Admira. Kapitän Gernot Trauner sprach von einem „perfekten Saisonstart, so haben wir uns das vorgestellt. Wir haben das Spiel nicht über 90 Minuten dominiert, aber zum richtigen Zeitpunkt waren wir effizient. Wir haben wieder bewiesen, dass Standards unsere große Stärke sind.“




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