Letztes Update am So, 04.08.2019 10:01

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


20 Tote bei Massaker in Einkaufszentrum in Texas



Ein Bewaffneter hat in einem Einkaufszentrum im texanischen El Paso um sich geschossen und 20 Menschen getötet. Weitere 26 seien verletzt worden, bevor die Polizei den Angreifer festgenommen habe, teilten die Behörden mit. Staatsanwalt Ken Paxton sagte, der mutmaßliche Täter sei ein 21-jähriger Weißer aus der Nähe von Dallas. US-Präsident Donald Trump sprach von einem „Akt der Feigheit“.

Es sei einer der schlimmsten Tage in der Geschichte von Texas, sagte der Gouverneur des Bundesstaates, Greg Abbott. Möglicherweise handle sich um ein Verbrechen aus Hass, fügte er hinzu. Er sei mit einem Gewehr bewaffnet gewesen und habe in der Walmart-Filiale das Feuer eröffnet. In dem Einkaufszentrum waren zahlreiche Menschen unterwegs, um ihre Besorgungen für das Wochenende zu erledigen und ihre Kinder für den Beginn des neuen Schuljahres auszustatten. „Die Leuten waren in Panik und rannten weg“, sagte Kianna Long, die sich zusammen mit ihrem Ehemann dort aufgehalten hatte. Viele Menschen seien auf der Flucht zu Boden gestürzt. Sie selbst sei mit ihrem Mann in einen Lagerraum geflohen, dann hätten sie sich zusammen mit anderen Menschen in einem Stahlcontainer versteckt.

Glendon Oakley berichtete dem Sender KTSM-TV, er habe gemeinsam mit einem anderen Mann Kinder zusammengeholt, die in Panik und ohne ihre Eltern in dem Gebäude umhergerannt seien. Dann hätten sie die völlig verängstigen Kinder in Sicherheit gebracht.

Der 21-jährige mutmaßliche Täter stellte sich der Polizei, die laut Bürgermeister Dee Margo bereits sechs Minuten nach Beginn der Schießerei an Ort und Stelle war. Polizeichef Allen sagte, es sei ein Schriftstück sichergestellt worden. Dieses deute auf ein Verbrechen aus Hass hin. Die Polizei schloss aus, dass es einen zweiten Schützen gab. Gouverneur Abbott sagte, es werde sowohl wegen Mordes als auch wegen eines Verbrechens aus Hass ermittelt - „genau das scheint es zu sein“. Weitere Einzelheiten gaben die Behörden zunächst nicht bekannt und verwiesen auf die laufenden Ermittlungen. Der Sender CNN berichtete, die Bundespolizei FBI habe ein Ermittlungsverfahren wegen Terrors im Inland eröffnet.

El Paso liegt im Westen von Texas am Rio Grande. Direkt gegenüber auf mexikanischer Seite befindet sich Ciudad Juarez. Beide Städte sind durch Brücken über den Rio Grande miteinander verbunden. Die zwei Orte und die Nachbarstadt Las Cruces im US-Bundesstaat New Mexico bilden die größte zweisprachige und binationale Region Nordamerikas. In ihr leben insgesamt rund 2,5 Millionen Menschen.

Trump twitterte, die Berichte aus El Paso seien sehr schlimm. Er habe dem Gouverneur von Texas Hilfe der Bundesbehörden zugesichert. Nach mexikanischen Angaben starben drei Mexikaner bei der Tat, sechs wurden verletzt.

Angriffe von Schützen mit mehreren Opfern - auf Englisch „mass shootings“ genannt - sind in den USA vergleichsweise häufig. Erst am Sonntag vor einer Woche hatte ein Jugendlicher das Feuer während eines Volksfestes in Kalifornien eröffnet und drei Menschen getötet, bevor er sich selbst das Leben nahm.




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