Letztes Update am So, 04.08.2019 16:06

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Zehn Tote bei Schusswaffen-Angriff im US-Bundesstaat Ohio



Bei einem zweiten Schusswaffen-Angriff in den USA in weniger als 24 Stunden sind im Bundesstaat Ohio neun Menschen getötet worden. Der Schütze sei von Polizeibeamten erschossen worden, teilte die Exekutive am Sonntag auf Twitter mit. Mindestens 26 Menschen seien bei dem Angriff in der Stadt Dayton verletzt worden. Sie seien in ein Krankenhaus eingeliefert worden.

Die Tat ereignete sich am Sonntag kurz nach 01.00 Uhr (Ortszeit) im beliebten Ausgehviertel Oregon, wie Matt Carper, Sprecher der Polizei in Dayton, sagte. Der Täter habe auf offener Straße mehrfach mit einer Langwaffe geschossen. Sein Motiv sei unklar. Mithilfe der Bundespolizei FBI arbeiten die Sicherheitskräfte an der Identifizierung des Schützen.

Bisher gehen die Ermittler laut Carper von einem einzelnen Schützen aus. Zeugenbefragungen sollen nun ergeben, ob „noch jemand anderes in die Tat verwickelt war“, sagte Carper. Der Zustand der mindestens 16 Verletzten sei unklar. Polizisten wurden bei dem Vorfall demnach nicht verletzt.

Oregon sei ein „sehr sicherer Teil“ von Dayton und beliebt bei Besuchern, betonte Carper. „Zum Glück hatten wir mehrere Polizisten in unmittelbarer Nähe, als der Vorfall begann.“

Daytons Bürgermeisterin Nan Whaley sprach von einem „furchtbar traurigen Tag für unsere Stadt“. „Als Bürgermeister ist das ein Tag, vor dem wir uns alle fürchten“, sagte Whaley bei einer live im Fernsehen übertragenen Pressekonferenz am Sonntag.

Der Täter habe dunkle, schusssichere Schutzkleidung getragen und eine „sehr große Waffe“ mit vielen zusätzlichen Magazinen benutzt, sagte Whaley. Es sehe danach aus, dass er alleine gehandelt habe. Zum Zustand der Verletzten wurden keine genauen Angaben gemacht.

Whaley bedankte sich bei den Einsatzkräften für deren schnelle Reaktion auf den Vorfall Sonntagfrüh, mit der sie „wohl Hunderte Leben gerettet“ hätten. Weniger als eine Minute nach dem ersten Schuss hätten Polizisten den Schützen bereits „neutralisiert“.

Es handelte sich um den zweiten Vorfall dieser Art in den USA binnen weniger Stunden. Am Samstag hatte ein Schütze in einem Einkaufszentrum in der Grenzstadt El Paso im Bundesstaat Texas das Feuer eröffnet und mindestens 20 Menschen getötet. 26 weitere wurden verletzt. Der Todesschütze ergab sich der Polizei.

In Chicago im US-Bundesstaat Illinois wurden unterdessen sieben Menschen durch Schüsse verletzt. In der Nähe eines Parks sei aus einem Auto heraus auf eine Gruppe Menschen geschossen worden, teilte die Polizei in der Nacht auf Sonntag mit. Ein 21-Jähriger habe lebensgefährliche Verletzungen erlitten. Die Hintergründe der Tat waren zunächst nicht bekannt. Festnahmen habe es nicht gegeben.

Chicago kämpft seit langem gegen grassierende Gewalt. Die Kriminalität in der drittgrößten Stadt der USA wird unter anderem auf eine große Anzahl illegaler Waffen, zersplitterte Gangs und soziale Probleme zurückgeführt.

Am Samstagvormittag waren bei einem Angriff in einem Einkaufszentrum in der texanischen Stadt El Paso 20 Menschen getötet und 26 weitere verletzt worden. Der mutmaßliche Schütze, ein 21-Jähriger aus dem texanischen Allen, wurde festgenommen. Die Polizei geht von einem möglichen Hassverbrechen aus.




Kommentieren