Letztes Update am So, 04.08.2019 19:15

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Salzburg übernahm nach 4:1 über Mattersburg Tabellenführung



Meister Red Bull Salzburg hat auch sein zweites Saisonspiel in der Fußball-Bundesliga gewonnen. Der Titelverteidiger fertigte den SV Mattersburg am Sonntag zu Hause souverän mit 4:1 ab und übernahm die Tabellenführung. Die Salzburger halten nach zwei Runden ebenso wie Vizemeister LASK und Sturm Graz beim Punktemaximum.

Die Grazer setzten sich beim Wolfsberger AC mit 1:0 durch. Rapid kam beim SKN St. Pölten nicht über ein 2:2 hinaus. Die Grün-Weißen sind damit ebenso wie der Wiener Stadtrivale Austria in der Liga weiter sieglos. Die Austria war bereits am Vortag dem LASK daheim mit 0:3 unterlegen. Punktlos ist neben den Violetten nach der ersten Runde nur noch Schlusslicht Admira.

Die beiden Japaner Takumi Minamino (8.) und Masaya Okugawa (11.), schon beim 2:0 zum Auftakt gegen Rapid die Torschützen, sorgten in Salzburg früh für klare Verhältnisse. Minamino erzielte mit einem Flachschuss ins kurze Eck, seinem vierten Treffer innerhalb von neun Tagen, das 1:0. Okugawa, der einzige Neue in der Startelf, legte drei Minuten später per Kopf nach (11.).

Die fast 9.000 Zuschauer sahen danach ein typisches Bullen-Heimspiel. Salzburg dominierte den Gegner nach Belieben, unterband mit Pressing einen gezielten Spielaufbau der Gäste und war mit schnellem Kombinationsspiel immer wieder gefährlich.

Erling Haaland scheiterte zweimal per Kopf (31., 35.), in der 37. Minute nahm er ein Geschenk aber dankend an. Thorsten Mahrer traf im Zweikampf Okugawa zwar nicht, Schiedsrichter Andreas Heiß fiel aber auf die Schwalbe des Japaners herein und gab Elfmeter, den der 19-jährige Norweger verwertete.

Kurz nach der Pause erhöhte Patson Daka mit der Ferse nach Patzer von Mahrer auf 4:0 (50.), danach kamen aber auch die bis dahin offensiv abgemeldeten Burgenländer zu einem Erfolgserlebnis. Martin Pusic verwertete einen Foulelfmeter (54.). Im Finish wurde Salzburgs Zlatko Junuzovic mit Gelb-Rot ausgeschlossen (75.).

Salzburg prolongierte problemlos seine Heimserie und ist weiter seit 27. November 2016 (0:1 gegen die Admira) in Bewerbspielen in der Red Bull Arena ungeschlagen. Am Mittwoch (19.00) wartet auf die Mannschaft von Jesse Marsch ein ganz anderes Kaliber, wenn der spanische Rekordmeister Real Madrid zu einem Testspiel zu Gast ist

In St. Pölten waren zu Beginn die Höhepunkte vor rund 7.500 Zuschauern rar gesät. Goalie Christoph Riegler wehrte einen Freistoß von Rapid-Kapitän Stefan Schwab über das Tor ab (9.), Fountas schoss aus der Drehung über die Querlatte (21.) und Maximilian Ullmann verfehlte ebenfalls das Ziel (38.). Auf der Gegenseite traf Manuel Haas nur das Außennetz (25.).

Die Führung Rapids resultierte aus einem Geschenk der Gastgeber. Fountas nützte einen katastrophalen Fehlpass von Daniel Luxbacher und schoss die Grün-Weißen gegen seinen Ex-Club in Führung (39.). Die Antwort der Niederösterreicher kam vier Minuten danach. Rapid brachte einen Corner des SKN nicht aus der Gefahrenzone und Ljubicic versenkte den Ball von der Strafraumgrenze per Direktabnahme im rechten Eck.

Bald nach dem Seitenwechsel schien die Welt für Rapid wieder in Ordnung. Der für den enttäuschenden Aliou Badji gekommene Philipp Schobesberger flankte auf Müldür und der türkische Internationale erzielte mit einem sehenswerten Kopfball ins lange Eck seinen ersten Bundesliga-Treffer (47.).

Ein Corner in der 69. Minute wurde von Rapid zu kurz abgewehrt, Martin Rasner brachte den Ball aus dem Rückraum wieder in die Gefahrenzone, Luca Meisl verlängerte mit der Ferse und Luan stand goldrichtig und schob aus kurzer Distanz zum 2:2 ein. Im Finish drückte Rapid vergeblich auf das Siegestor. Die beste Chance vergab Schobesberger, der den Ball in der 89. Minute neben das Tor schupfte. Damit war das erste Unentschieden dieser Liga-Saison perfekt.

Das Abwehrbollwerk von Sturm Graz hielt indes dem Druck der Kärntner Hausherren vor 7.300 Zuschauern bis zum Schluss stand, auch nach Gelb-Rot für Philipp Huspek (68.). Damit liegt die Truppe von Trainer Nestor El Maestro, die sich am Donnerstag in der Europa-League-Qualifikation verabschiedet hatte, mit sechs Punkten und 4:0 Toren nur hinter den punktegleichen Teams von Salzburg und dem LASK.

Die Partie begann ganz nach dem Geschmack der rund 3.000 Gäste-Fans, die den Weg über die Pack angetreten hatten. Nach Flanke von Jantscher kam der Ball über Umwege zu Balaj, der aus wenigen Metern trocken einschoss. Der WAC zeigte sich nicht geschockt, sondern eher wütend. Die Mühen gipfelten vorerst in einer Art Triple-Chance, bei der erst Schüsse von Shon Weissman und Michael Liendl geblockt wurden und schließlich Lukas Spendlhofer einen Versuch knapp vor der Linie klärte (12.).

Sturm überließ dem Gegner sichtlich auch Spielanteile, die eigenen Umschaltversuche endeten zumeist erfolglos. Und so verzeichneten die spielfreudigeren, engagierteren „Wölfe“ weitere Möglichkeiten. U.a. schoss Romano Schmid über das Tor (15.) und traf Lukas Schmitz die Oberkante der Latte (23.). Angesichts einer kompakt stehenden Grazer Defensive fehlten den Kärntnern die Effizienz ebenso wie das Glück.

Daran änderte sich auch in der zweiten Hälfte wenig. Die Offensivakzente der Gäste blieben höchst bescheiden, Balaj verfehlte bald nach Wiederbeginn das Tor knapp (54.). Der WAC wiederum spielte sich mit viel Elan immer wieder vor den Sechzehner, flankte aus allen Rohren, belohnte sich dafür aber nicht. Schmitz zielte über das Tor (56.), auch Schmids Köpfler verfehlte selbiges knapp (64.) und Mario Leitgeb knallte den Ball an die Latte (74.).

Der Druck auf die „Blackys“ erhöhte sich mit Gelb-Rot für Philipp Huspek nach einem unglücklichen Handspiel ab der 68. Minute noch einmal, doch das Bollwerk hielt stand. In der Nachspielzeit vergab Weissman per Kopf noch die große Chance auf den Ausgleich (94.).




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