Letztes Update am Mo, 05.08.2019 06:22

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Salzburg und Sturm mit unterschiedlichen Ansätzen zu Siegen



Meister Red Bull Salzburg und Sturm Graz haben am Sonntag mit dem LASK gleichgezogen und halten so wie die Oberösterreicher nach zwei Runden der Fußball-Bundesliga beim Punktemaximum. Der spielerische Ansatz hätte aber unterschiedlicher nicht sein können. Während die „Bullen“ Mattersburg beim 4:1 klar dominierten, mauerte sich Sturm in Wolfsberg nach früher Führung zu einem knappen 1:0.

Sturm gab - getreu der Philosophie von Neo-Trainer Nestor El Maestro - den Ergebnisminimalisten. Das schnelle Tor von Bekim Balaj spielte den Steirern beim 1:0 in Wolfsberg dabei in die Karten. Danach kam offensiv nur noch wenig von den Gästen, die sich erfolgreich über die 90 Minuten retteten - nach Gelb-Rot für Philipp Huspek (68.) im Finish auch in Unterzahl. „Das war heute eine starke Leistung von meiner müden Mannschaft, die von Willen und Charakterstärke geprägt war“, meinte Trainer Nestor El Maestro drei Tage nach dem Aus in der Europa-League-Qualifikation.

Der neue Coach hat nach zwei Spielen das Punktemaximum am Konto und offenbar viele Fans in der Mannschaft. „Der Trainer gibt uns Struktur und jedem eigene Aufgaben. Die Mannschaft geht immer ans Limit, wofür auch der Trainer verantwortlich ist. Der Zusammenhalt in der Truppe ist heuer wieder außergewöhnlich gut“, erklärte etwa Tormann Jörg Siebenhandl. „Alle bei uns hauen sich hinein, wir ziehen den Plan des Trainers durch und sind mit sechs Punkten nach zwei Runden sehr glücklich. Bei uns ziehen wieder alle an einem Strang“, bestätigte Lukas Spendlhofer.

Für den Innenverteidiger war das Geschehen vor 7.300 Zuschauern in der Lavanttal-Arena auch Ausfluss des dichten Programms. „Einige Spieler haben am Donnerstag viel investiert, das hat man heute gesehen, und wir haben früher als sonst die Wechsel durchgeführt“, betonte er. Sorgen müsse man sich aber keine machen. „Wir haben noch Reserven und richtig geile Spieler, die verletzt und nicht dabei sind“, meinte er etwa im Hinblick auf Stefan Hierländer oder Thorsten Röcher.

Letzterer wurde von Debütant Balaj perfekt vertreten, der albanische Mittelstürmer verwertete aus wenigen Metern sicher. „Es hätte nicht besser laufen können“, befand der 28-Jährige, der von El Maestro als „Wunschstürmer“ bezeichnet worden war. „Ich war zufrieden mit ihm, er hat seinen Job gemacht“, sagte El Maestro lapidar. Am kommenden Wochenende erwartet seine Truppe der Gang zum Steirer-Derby nach Hartberg. Die Brust des Coachs, dessen Arbeit durch das EL-Out in eigenen Worten „leichter“ wurde, ist breiter geworden: „Solche Siege machen stark.“

Beim WAC konnte man das Resultat kaum fassen. „Diese unverdiente Niederlage schmerzt unglaublich“, erklärte Trainer Gerhard Struber. „Es war ein kurioses Spiel, so dominant sein und dann verlieren, so etwas habe ich noch nicht erlebt.“ Für ihn war klar: „Es war die beste erste Hälfte, seit ich Wolfsberg betreue.“ Einziger Vorwurf: „Wir haben zu schnell und ungeduldig agiert.“

Ähnliche Sorgen hat Salzburg nicht. „Heute war es ein taktisch gutes Spiel von uns, besonders in der ersten Hälfte. Es war vielleicht die beste Leistung bisher. Wir waren immer gefährlich“, sagte Trainer Jesse Marsch. Die Vorstellung gegen den Außenseiter aus dem Burgenland war schon zur Pause entschieden, erst danach tasteten sich die Gäste etwas besser ins Spiel. „In der zweiten Hälfte haben wir Moral bewiesen und eine höhere Niederlage verhindert“, betonte Routinier Alois Höller. „Die Mannschaft hat es verabsäumt, die nötige Aggressivität an den Tag zu legen. Dann wird es hier ganz schwierig“, bemängelte Coach Franz Ponweiser, der eigentlich „kein 90-minütiger Sparringspartner“ sein wollte.

Der ehemalige Mattersburger Patrick Farkas bemängelte, dass Salzburg nicht mehr Treffer erzielte. „Wir hätten noch höher gewinnen können, ja sogar müssen“, meinte der Außenverteidiger, der mit seinen Kollegen am Mittwoch im Testkracher in der eigenen Arena auf Real Madrid trifft.

Verlass war jedenfalls auf Takumi Minamino. Der Japaner traf bereits in der 8. Minute, sein Landsmann Masaya Okugawa legte drei Minuten später nach - beide halten bei je zwei Ligatoren. „Es läuft derzeit sehr gut bei mir“, sagte der 24-Jährige. Ein Grund dafür: „Dass ich regelmäßig spiele. Ich habe mir vorgenommen, diese Saison zu zeigen, was ich kann.“ Dass Okugawa von seiner Leihe in Kiel zurück ist, sei ebenfalls ein wichtiger Faktor: „Ich kann mit ihm gut zusammenspielen.“




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