Letztes Update am Mo, 05.08.2019 09:26

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Uraufführung bei „Allegro Vivo“-Eröffnung in Altenburg



In der prächtigen Barockbibliothek von Stift Altenburg ist am Sonntagnachmittag das 41. Kammermusikfestival „Allegro Vivo“ eröffnet worden. Auf dem Programm stand u.a. die Uraufführung eines Auftragswerks von Christoph Ehrenfellner. Bis 15. September werden 60 Konzerte an 35 Orten im Waldviertel geboten, etwa 600 junge Musiker nehmen wieder an den internationalen Meisterkursen teil.

„Fantasie ist wichtiger als Wissen, denn Wissen ist begrenzt“, zitiert Vahid Khadem-Missagh, künstlerischer Leiter des Festivals, den Nobelpreisträger Albert Einstein im Vorwort zur Programmbroschüre. Nikolaus Straka, Geschäftsführer von Allegro Vivo, ergänzte in seiner Begrüßung in Altenburg: „Die Fantasie ist grenzenlos, Grenzen sind fantasielos“. Womit das Motto des diesjährigen Festivals – „con fantasia“ – umrissen wäre.

Unter dieser Prämisse setzte sich auch das Repertoire der Eröffnung mit der bewährten Academia Allegro Vivo zusammen. Die noch sehr der romantischen Tonsprache verhaftete „Idylle für Streichorchester“ von Leos Janacek und das Divertimento für Streichorchester von Bela Bartok dienten dabei als musikalische Reverenz an die Nachbarländer anlässlich der Öffnung des Eisernen Vorhangs vor 30 Jahren.

Christoph Ehrenfellners Konzert für Violine, Cello und Streichorchester op. 43 trägt seinen Titel „Quasi una fantasia“ durchaus nicht zufällig. Das dreisätzige Opus zeugt von paraphrasierender Auseinandersetzung mit Beethovens „Mondscheinsonate“ und wartet mit intensiver Ausdruckskraft und hohen Ansprüchen an die Solisten - Vahid Khadem-Missagh (Violine) und Laszlo Fenyö (Violoncello) - auf. Als Zugabe erklang mit Georg Breinschmids augen- bzw. ohrenzwinkerndem „Wien bleibt Krk“ ein weiteres Stück eines zeitgenössischen österreichischen Komponisten.

Als nächste Veranstaltungen des Festivals werden ein Festkonzert im Vereinshaus Horn (Dienstag), ein Abend „Musik und Wort - Einheit in der Vielfalt“ auf Schloss Harmannsdorf und eine „Moonlight Serenade“ im Freibad Horn (jeweils Mittwoch) angekündigt. Highlights bilden auch ein Klavier-Recital von Elisabeth Leonskaja in der Bibliothek von Stift Altenburg (13. August), ein Galakonzert im Arkadenhof des Kunsthauses Horn mit Felix Mendelssohn-Bartholdys „Ein Sommernachtstraum“ unter der Leitung von Bijan Khadem-Missagh mit Nicholas Ofczarek als Sprecher (17. August) und das Abschlusskonzert in Altenburg (15. September).




Kommentieren