Letztes Update am Mo, 05.08.2019 17:53

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Entwicklung neuer Raketen in Russland laut Putin möglich



Nach dem Ende des INF-Abrüstungsvertrages hat der russische Präsident Wladimir Putin die USA gewarnt, Russland könnte zur Entwicklung neuer Raketen „gezwungen“ sein. Sollte Moskau von neuen US-Raketensystemen erfahren, werde es „gezwungen sein, mit der vollumfänglichen Entwicklung ähnlicher Raketen zu beginnen“, teilte der Präsident am Montag mit.

Zugleich rief Putin die USA zu einem „ernsthaften“ Sicherheitsdialog auf, um „Chaos zu vermeiden“. Washington war am Freitag formell aus dem INF-Abrüstungsvertrag von 1987 über nukleare Mittelstreckensysteme ausgeschieden und hatte die Entwicklung neuer Raketen angekündigt.

In der Kreml-Mitteilung wies Putin das russische Verteidigungsministerium, das Außenministerium und die Geheimdienste an, das Vorgehen der USA „aufmerksam“ zu verfolgen. Er betonte, jeder Schritt Moskaus werde „ausschließlich auf Gegenseitigkeit“ beruhen.

Der russische Staatschef warnte vor einem „unbegrenzten Wettrüsten“. „Um ein Chaos zu vermeiden, in dem es keine Regeln, Grenzen oder Gesetze gibt, müssen noch einmal alle möglichen gefährlichen Konsequenzen abgewogen und ein ernsthafter und unmissverständlicher Dialog begonnen werden“, erklärte Putin und fügte hinzu: „Wir sind bereit dazu.“

Die USA weisen Russland die Verantwortung für das Ende der Abrüstungsvereinbarung zu. Washington wirft Moskau vor, mit dem neuen russischen Marschflugkörper 9M729 gegen das INF-Abkommen verstoßen zu haben. Diesen Vorwurf erhebt auch die NATO.

Die Regierung von US-Präsident Donald Trump hatte das Abkommen bereits im Februar gekündigt, nach einer sechsmonatigen Auslaufphase wurde der Ausstieg formal wirksam. Als Reaktion auf die US-Schritte hatte Russlands Staatschef Putin seinerseits die Umsetzung des Vertrags im Juli ausgesetzt.




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