Letztes Update am Di, 06.08.2019 15:31

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Pakistans Armee warnt Indien vor Eskalation in Kaschmir



TT-ePaper gratis testen

Jetzt kostenlos TT-ePaper lesen, das Test-Abo endet nach 4 Wochen automatisch

Schritt 1 / 3

In nur 30 Sekunden gelangen Sie zum kostenlosen Test-Abo.

Indiens Innenminister Amit Shah hat die umstrittene Entscheidung, der Kaschmirregion den Sonderstatus zu entziehen, als „historisch“ bezeichnet. Die Neuregelung solle „mit goldenen Worten in die indische Geschichte geschrieben werden“, sagte er am Dienstag vor dem Parlament in Neu-Dehli.

Inmitten wachsender Spannungen mit Pakistan hatte die indische Regierung am Montag ein Dekret vorgelegt, das den Sonderstatus der von beiden Ländern beanspruchten indischen Kaschmirregion aufhebt.

Indien will die mehrheitlich von Muslimen bewohnte Region damit stärker in das mehrheitlich hinduistische Land integrieren. Mit dem Dekret des Präsidenten wird ein Verfassungsartikel gestrichen, der dem indischen Teil Kaschmirs bislang größere Autonomie-Rechte gab. Pakistan, das die Region ebenfalls beansprucht, stufte das Vorgehen als illegal ein.

Pakistans Armeechef warnte Indien vor einer Eskalation in Kaschmir. „Pakistans Armee wird die Kaschmiris in ihrem Kampf bis zum Ende unterstützen“, sagte General Kamar Javed Bajwa am Dienstag nach einem Treffen mit Befehlshabern in Rawalpindi.

Die indische Regierung setzt hingegen weiter auf harte Maßnahmen, um Proteste gegen die Entscheidung in der Himalaya-Region zu verhindern. Viele der rund sieben Millionen Einwohner des Kaschmir-Tals haben seit Sonntagabend keinen Zugang zu Internet und Fernsehen. Sie können auch nicht telefonieren. Indien hat Hunderttausende Soldaten in die Region geschickt, die die Bewegungsfreiheit der Bewohner einschränken. Zudem gilt ein Versammlungsverbot. Der örtliche Polizeichef bezeichnete die Lage am Dienstag als „total friedlich“, wie die indische Nachrichtenagentur IANS berichtete.

Das indische Unterhaus wollte am Dienstag über die Entscheidung beraten. Dessen Zustimmung gilt aber als Formsache, da die regierende hindu-nationalistische Bharatiya-Janata-Partei dort eine große Mehrheit hat. Am Abend zuvor billigte schon das Oberhaus einen entsprechenden Gesetzesentwurf und eine Resolution.




Kommentieren